Alte Küche fachgerecht entsorgen: Wege, Kosten und gesetzliche Vorgaben
Eine Küche besteht aus verschiedenen Materialien, Elektrogeräten und Wasseranschlüssen. Deshalb sollte sie nicht einfach an die Straße gestellt werden, um sie zu entsorgen. Je nach Zustand kann die Küche entweder verkauft, verschenkt oder entsorgt werden. Erfahren Sie, welche Entsorgungsmöglichkeiten es gibt und was Sie dabei beachten sollten.
Demontage und Entsorgungswege im Überblick
Bevor eine Küche entsorgt werden kann, muss sie fachgerecht demontiert werden. Dabei sollten zunächst Strom- und Wasseranschlüsse sicher getrennt werden. Insbesondere der Anschluss eines Kochfelds und Backrohrs sowie Wasserleitungen für die Abwasch sollten ausschließlich von einem qualifizierten Professionisten gelöst werden. So lassen sich Stromunfälle, Wasserschäden und teure Reparaturen vermeiden. Erst nach der vollständigen Demontage können Schränke, Arbeitsflächen und Blenden transportgerecht zerlegt werden. Anschließend stehen verschiedene Entsorgungswege zur Verfügung.
Sperrmüll kostenlos abholen lassen
Die Sperrmüllabholung durch die Gemeinde oder Stadt eignet sich vor allem für Küchenschränke, Arbeitsflächen und sperrige Altholz-Elemente, die nicht mehr verwendet werden können. In den meisten österreichischen Städten muss die Sperrmüllabholung angemeldet werden. Je nach Gemeinde erfolgt die Abholung nach Terminvereinbarung oder an festen Abholtagen. Auch die zulässige Menge unterscheidet sich regional. Viele Städte bieten eine kostenlose Sperrmüllabholung pro Jahr an, während in anderen Gemeinden oder für zusätzliche Abholungen Gebühren anfallen können.
Nein, eine Einbauküche darf nicht einfach komplett als Sperrmüll auf die Straße gestellt werden. Einzelne Teile können oft über den Sperrmüll entsorgt werden. Elektrogeräte müssen separat abgegeben werden. Auch Fliesen, Bauschutt oder andere Reste aus einer Renovierung gehören nicht zum Sperrmüll. Wer diese Regeln missachtet und die Küche einfach vollständig ablagert, riskiert nach dem österreichischen Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) empfindliche Verwaltungsstrafen. Ein kurzer Blick in die Abfallordnung der jeweiligen Gemeinde oder Stadt lohnt sich daher im Vorfeld immer.
Mistplatz oder Altstoffsammelzentrum nutzen
Wer über einen Anhänger oder Transporter verfügt, kann die alte Küche selbst zum Mistplatz oder Altstoffsammelzentrum (ASZ) bringen. Für Privatpersonen ist die Annahme haushaltsüblicher Mengen in vielen Gemeinden kostenlos. Der Vorteil: Die Entsorgung ist flexibler möglich. Es müssen nur die Öffnungszeiten eingehalten werden. Am Mistplatz werden die einzelnen Bestandteile getrennt angenommen. Möbel bzw. Altholz, Metalle, Elektrogeräte und weitere Wertstoffe werden separat gesammelt und anschließend fachgerecht recycelt oder verwertet.
Entsorgungsfirma oder Entrümpler beauftragen
Professionelle Entrümpelungs- oder Entsorgungsfirmen übernehmen die Demontage, den Abtransport und die fachgerechte Entsorgung aller Bestandteile. Besonders bei schweren Küchen, Wohnungen ohne Aufzug oder wenn Strom- und Wasseranschlüsse getrennt werden müssen, ist dieser Komplettservice häufig die komfortabelste Lösung. Die Kosten richten sich unter anderem nach Größe der Küche, Aufwand der Demontage und regionalen Entsorgungspreisen in Österreich.
Küche über willhaben, Facebook & Co. verkaufen
Ist die Küche noch gut erhalten, kann ein Verkauf deutlich sinnvoller sein als die Entsorgung. Plattformen wie willhaben oder Facebook Marketplace bieten auf dem österreichischen Markt die größte Reichweite für den Verkauf gebrauchter Küchen. Der Wertverlust einer Einbauküche ist in den ersten Jahren erheblich. Nach zehn bis fünfzehn Jahren erzielen viele Küchen nur noch geringe Verkaufspreise oder lassen sich lediglich gegen Selbstabholung vermitteln. Üblicherweise bauen die Käufer:innen die Küche selbst ab und transportieren sie mit einem eigenen Transporter. Verkäufer:innen sollten deshalb klare Vereinbarungen treffen und beachten, dass sie gegenüber den Vermieter:innen weiterhin für mögliche Schäden an der Wohnung haften.
Küche an Privatpersonen oder soziale Einrichtungen verschenken
Lässt sich die Küche nicht mehr verkaufen, ist das Verschenken oft die schnellste und nachhaltigste Alternative. Gut erhaltene Küchen werden häufig über willhaben oder lokale Facebook-Gruppen verschenkt und von Selbstabholern übernommen. Auch Sozialmärkte, z. B. Volkshilfe und Caritas Carla, oder andere gemeinnützige Einrichtungen nehmen gebrauchte Küchen oder einzelne Elektrogeräte an. Voraussetzung ist, dass sie noch funktionsfähig und in einem guten Zustand sind. Vor einer Anlieferung sollten Sie telefonisch nachfragen, ob aktuell Bedarf besteht und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.
Mitnahme durch den Küchenhändler beim Neukauf
Wer eine neue Einbauküche kauft, kann häufig die Mitnahme der alten Küche direkt mit beauftragen. Viele Küchenstudios und Möbelhäuser bieten diesen Service im Rahmen der Küchenmontage an. Dadurch erfolgen Ausbau der alten Küche und Einbau der neuen Küche meist am selben Termin.
Ob die Mitnahme kostenlos ist, hängt vom jeweiligen Händler und dem vereinbarten Leistungsumfang ab. Einige Anbieter berechnen eine Pauschale für Demontage und Entsorgung der Möbel. Elektrogeräte werden beim Kauf eines entsprechenden Neugeräts aufgrund der gesetzlichen Rücknahmepflicht gemäß der österreichischen Elektroaltgeräteverordnung (EAG-VO) häufig kostenlos zurückgenommen. Vor Vertragsabschluss lohnt es sich daher, gezielt nach den Leistungen und möglichen Zusatzkosten für den Rücknahmeservice zu fragen.
Kostenfaktoren bei der Küchenentsorgung in Österreich
Eine professionelle Küchenentsorgung inklusive Demontage und Abtransport kostet in Österreich meist zwischen 600 und 2.500 Euro. Entscheidend sind unter anderem die Größe der Küche, der Arbeitsaufwand, die örtlichen Entsorgungsgebühren und die gewünschte Serviceleistung.
Kalkulation des Entsorgungspreises pro Meter
Für die Demontage und fachgerechte Entsorgung der Küche werden durchschnittlich 80 bis 150 Euro pro laufendem Meter veranschlagt. Einige Anbieter arbeiten auch mit Festpreisen. Je schwieriger der Abtransport ist, desto höher fallen die Arbeitskosten aus.
Neben der Größe der Küche beeinflussen weitere Faktoren den Endpreis:
Lage der Wohnung (z. B. oberes Geschoß)
Vorhandensein eines Aufzugs
Aufwand für den Ausbau fest verbauter Arbeitsflächen oder Küchenschränke
Trennung von Wasser- und Stromanschlüssen
Entfernung zum Altstoffsammelzentrum oder Entsorgungsbetrieb
Versteckte Kosten: Anfahrt, Containerstellung und Sonderabfälle
Neben den eigentlichen Entsorgungskosten können je nach Situation weitere Ausgaben hinzukommen. Lassen Sie sich vor der Beauftragung ein schriftliches Fixpreisanbot erstellen. So erkennen Sie frühzeitig, welche Leistungen bereits enthalten sind und für welche Arbeiten zusätzliche Kosten anfallen können.
Anfahrtskosten: Je nach Entfernung und Region fallen dafür häufig 30 bis 60 Euro an.
Container und Halteverbotszone: Wird ein Container benötigt, entstehen Miet- und Entsorgungskosten. Zusätzlich kann eine kostenpflichtige Halteverbotszone erforderlich sein.
Strom- und Wasseranschlüsse: Die Trennung von Herdanschluss, Abwasch oder Spülmaschine ist meist nicht im Standardpreis enthalten. Für den fachgerechten Ausbau werden ca. 50 bis 150 Euro pro Anschluss fällig.
Gefährliche Abfälle: Werden bei der Demontage schadstoffbelastete Materialien entdeckt, müssen diese getrennt als gefährlicher Abfall entsorgt werden. Dadurch können die Entsorgungskosten deutlich steigen.
Alt gegen Neu: Die Mitnahme beim Küchenkauf
Viele Küchenstudios und Möbelhäuser in Österreich bieten beim Kauf einer neuen Einbauküche an, die alte Küche direkt mitzunehmen. Allerdings unterscheiden sich die Leistungen je nach Anbieter erheblich. Deshalb lohnt es sich, das Offert vor Vertragsabschluss genau zu prüfen. Achten Sie insbesondere auf folgende Punkte:
Demontage inklusive? Klären Sie, ob der Ausbau der alten Küche im Offert enthalten ist oder zusätzlich berechnet wird.
Mitnahme am Liefertag: Lassen Sie sich bestätigen, dass die alte Küche am Tag der Lieferung bereits demontiert und direkt abtransportiert wird. So vermeiden Sie, dass die alte Küche noch tagelang im Weg steht.
Umfang der Entsorgung: Prüfen Sie, ob neben den Küchenmöbeln auch die alten Arbeitsflächen, die Abwasch, die Mischbatterie sowie Elektrogeräte mitgenommen werden oder ob einzelne Bestandteile ausgeschlossen sind.
Anschlüsse: Fragen Sie nach, ob das Trennen von Wasser- und Stromanschlüssen Bestandteil der Leistung ist oder separat durch einen qualifizierten Professionisten erfolgen muss.
Zusatzkosten: Erkundigen Sie sich nach möglichen Aufpreisen, beispielsweise für schwer zugängliche Wohnungen in einem höheren Geschoß ohne Aufzug oder für besonders aufwendige Demontagearbeiten.
Schriftliche Vereinbarung: Alle Leistungen rund um Demontage, Mitnahme und Entsorgung sollten im Offert und Vertrag eindeutig aufgeführt sein. So gibt es am Liefertag keine Überraschungen.
Wer diese Punkte vorab klärt, sorgt dafür, dass die alte Küche fachgerecht entfernt wird und der Einbau der neuen Küche ohne Verzögerungen erfolgen kann.
Sonderfälle bei der Küchenentsorgung
Nicht jede Küchenentsorgung verläuft nach dem gleichen Muster. Je nach Eigentumsverhältnissen, Baujahr des Gebäudes oder Art der zu entsorgenden Bestandteile gelten besondere Regeln.
Einbauküche in der Mietwohnung – wer zahlt die Entsorgung?
Wer die Kosten für die Entsorgung einer Einbauküche trägt, hängt in erster Linie davon ab, wem die Küche gehört. Ein Blick in den Mietvertrag oder das Übergabeprotokoll schafft meist Klarheit.
Die Küche gehört den Vermieter:innen: Ist die Einbauküche Bestandteil des Mietgegenstands, sind die Vermieter:innen für den Austausch und die Entsorgung verantwortlich, wenn die Küche altersbedingt ersetzt werden muss.
Die Küche gehört den Mieter:innen: Wurde die Küche von Mieter:innen selbst eingebaut oder beim Einzug mitgebracht, muss sie beim Auszug auf eigene Kosten entfernt und entsorgt werden. Alternativ kann eine schriftliche Vereinbarung zur Übernahme mit Vermieter:innen oder Nachmieter:innen getroffen werden.
Die Küche wurde von Vormieter:innen übernommen: Wer die Küche von Vormieter:innen gekauft hat, ist ihr:e Eigentümer:in und trägt später auch die Kosten für Demontage und Entsorgung.
Küche mit Asbest oder Sondermüll – was tun?
Bei älteren Gebäuden, insbesondere mit Baujahr vor 1990, können sich in der Küche noch asbesthaltige Baustoffe befinden. Betroffen sind häufig alte Bodenbeläge, Fliesenkleber, Spachtelmassen oder hitzebeständige Verkleidungen. Besteht ein Asbestverdacht, sollten die betroffenen Bauteile nicht selbst entfernt oder beschädigt werden. Bereits beim Bohren, Sägen oder Abschlagen können gesundheitsgefährdende Asbestfasern freigesetzt werden. Da eine Asbestsanierung deutlich teurer ist als eine normale Küchenentsorgung, empfiehlt sich insbesondere bei älteren Gebäuden eine frühzeitige Prüfung.
Bei Asbestverdacht gilt:
Verdächtige Materialien vor der Demontage prüfen lassen.
Arbeiten ausschließlich von einem zertifizierten Fachbetrieb durchführen lassen.
Asbesthaltige Baustoffe müssen als gefährlicher Abfall entsorgt werden.
Einzelne Küchengeräte entsorgen (Kühlschrank, Herd, Spülmaschine)
Sollen nur einzelne Elektrogeräte entsorgt werden, ist dies meist unkompliziert möglich. Kühlschränke, Herde, Spülmaschine oder Mikrowellen gehören zu den Elektroaltgeräten (EAG) und dürfen deshalb nicht über den Sperrmüll entsorgt werden. So werden wertvolle Rohstoffe recycelt und umweltschädliche Stoffe fachgerecht entsorgt.
Folgende Möglichkeiten, Elektroaltgeräte zu entsorgen, stehen zur Verfügung:
Kostenlose Abgabe am Altstoffsammelzentrum: Die meisten kommunalen Altstoffsammelzentren und Recyclinghöfe / Mistplätze nehmen Elektroaltgeräte von Privatpersonen kostenlos an.
Rücknahme beim Neukauf: Kaufen Sie ein gleichartiges Neugerät, ist der Händler in vielen Fällen verpflichtet, das alte Gerät kostenlos zurückzunehmen.
Abholung durch einen Entsorgungsdienst: Wer den Transport nicht selbst übernehmen kann, kann einzelne Geräte gegen eine Gebühr bequem abholen lassen.
Fazit: Planungsicherheit durch frühzeitige Kalkulation
Eine gute Planung ist der Schlüssel zu einer einfachen und kostengünstigen Entsorgung einer alten Küche. Wer frühzeitig Offerten vergleicht, die Eigentumsverhältnisse klärt und mögliche Zusatzkosten berücksichtigt, vermeidet unangenehme Überraschungen. Besonders bei älteren Gebäuden lohnt es sich außerdem, auf Schadstoffe wie Asbest zu prüfen. So gelingt die Entsorgung der Küche rechtssicher, fachgerecht und möglichst kosteneffizient.
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Häufig gestellte Fragen
Was kostet es, eine alte Küche entsorgen zu lassen?
Die Kosten für die Entsorgung einer alten Küche liegen je nach Aufwand und Serviceumfang meist zwischen 600 und 2.500 Euro, wenn ein professioneller Komplettservice inklusive Demontage und Abtransport beauftragt wird. Wer die Küche selbst abbaut und über Sperrmüll oder Wertstoffhof entsorgt, zahlt dagegen oft nur geringe Gebühren oder kommt nahezu kostenlos aus.
Darf die alte Küche komplett in den Sperrmüll?
Nein, eine alte Küche darf nicht als kompletter Block über den Sperrmüll entsorgt werden. Während Holzteile oft mitgenommen werden, müssen Elektroaltgeräte (EAG), die Abwasch und andere Materialien getrennt über das Altstoffsammelzentrum (ASZ) oder entsprechende Händler entsorgt werden.
Ist die Entsorgung beim Neukauf einer Küche immer kostenlos?
Nein, die Entsorgung der kompletten alten Küche ist beim Neukauf in der Regel nicht kostenlos und wird von Küchenstudios meist als kostenpflichtige Zusatzleistung angeboten. Kostenlos ist in Österreich (gemäß Elektroaltgeräteverordnung) meist nur die gesetzliche Rücknahme einzelner Elektroaltgeräte (EAG), wenn gleichzeitig ein entsprechendes Neugerät gekauft wird (1:1-Rücknahme).
Wie lange dauert der professionelle Abbau einer Küche?
In der Regel dauert der fachgerechte Abbau einer einfachen Einbauküche durch einen Professionisten etwa zwei bis vier Stunden. Muss die Küche jedoch stark zerkleinert werden oder kann sie nur unter schwierigen Bedingungen abtransportiert werden – beispielsweise ohne Lift oder durch enge Stiegenhäuser –, kann der gesamte Aufwand bis zu einem Arbeitstag dauern.