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Wie sollte man eine barrierefreie Küche planen? 5 Tipps

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Barrierefreie Küchen ermöglichen Menschen mit körperlichen Einschränkungen gut erreichbaren Stauraum und selbstständiges Arbeiten. Dabei müssen individuelle Anforderungen genauestens beachtet werden – bei Schränken, Geräten und der Einrichtung des Essbereichs. Was gibt es bei der Planung einer barrierefreien Küche zu beachten und welche Förderungsmöglichkeiten gibt es?

Unsere Autorin Christina Tobias ist als Senior Editor Expertin für die Bereiche Küche und Heizung.
Christina Tobias
Aktualisiert am
Seniorenpaar in barrierefreier Küche beim Frühstück
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Tipp 1: Barrierfreie Küche auf die Bedürfnisse des Nutzers anpassen

Körperlich eingeschränkte Menschen stoßen im Wohnalltag oft auf Probleme und sind insbesondere in der Küche häufig auf fremde Hilfe angewiesen. Eine barrierefreie Küche beseitigt mögliche Hindernisse und unterstützt Menschen mit Behinderungen in ihrer Selbstständigkeit. Je nach Art und Schwere der körperlichen Einschränkung gibt es unterschiedliche Küchenlösungen, die in ihrer Einrichtung und Ausstattung ergonomisch auf die Benutzer:innen angepasst sind.

Seniorengerechte Küche

Um die Küche auch im Alter noch optimal nutzen zu können, erleichtern einige Umbauten das Kochen. Besonders komfortabel sind Schränke, die mit Schubladen statt klassischen Regaleinlegeböden versehen sind. Elektrogeräte können in einer angenehmen Arbeitshöhe angebracht werden, damit Sie sich nicht so stark bücken müssen. Hängeschränke sollten in maximal 1,40 Meter Höhe befestigt werden, damit sie erreicht werden können, ohne dass ein Hocker oder Stuhl zu Hilfe genommen werden muss.

Blindengerechte Küche

Wer über eine eingeschränkte Sehfähigkeit verfügt, wird sich in einer regulären Küche nur schwerlich zurecht finden. Deshalb sollten in einer blindengerechten Küche Halterungen und klare Ordnungssysteme angebracht werden, die mit tastbarer Brailleschrift markiert werden, und so bei der Orientierung helfen. Statt moderner Elektrogeräte, die per Touchscreen bedient werden, sollten Modelle verwendet werden, deren Bedienelemente klar ertastbar sind. Zusätzlich können akustische Signale dafür sorgen, dass Gar- und Kochzeiten korrekt eingehalten werden.

Rollstuhlgerechte Küche

Wird die Küche von Rollstuhlfahrer:innen genutzt, sollten alle Elemente der Küchenzeile senkrecht anfahrbar und unterfahrbar sein. Richtwerte sind eine Arbeitshöhe von 82 cm und eine Beinfreiheit von 67 cm Höhe, was in etwa der Kniehöhe von Rollstuhlfahrer:innen entspricht. Zudem gibt es spezielle Ober- und Hängeschränke, welche sich per Knopfdruck senken und heben lassen. Planen Sie für Ihre Küche auch einen Essplatz, achten Sie auch hierbei auf eine ausreichende Bewegungsfläche. Rollstuhlfahrer:innen benötigt ungefähr 80 cm Tischbreite und eine Tischhöhe von etwa 60 cm.

In Österreich wird die Barrierefreiheit von Küchen primär durch die ÖNORM B 1600 („Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen“) sowie ergänzend durch die ÖNORM B 1601 (für spezielle Pflegebedarfe) geregelt. Diese Normen definieren detaillierte Merkmale, die eine barrierefreie bzw. rollstuhlgerechte Küche erfüllen muss. Dazu gehören neben ausreichenden Wendekreisen vor allem die Unterfahrbarkeit der Arbeitsfläche sowie die ergonomische Erreichbarkeit von Backrohr und Spülmaschine.

Für eine barrierefreie Nutzung der Küche sind einige Voraussetzungen an die Küchenfläche, die Anordnung der Arbeitsbereiche oder die Höhe von Arbeitsflächen und Küchengeräten zu erfüllen. Wir zeigen Ihnen anhand eines Planungsbeispiels, auf welche Besonderheiten beim Bau barrierefreier Küchen zu achten ist.

Barrierefreie Küche - Technische Darstellung mit Maßangaben
Technische Darstellung einer barrierefreien Küche

Tipp 2: Genügend Bewegungsfreiheit für behindertengerechte Küchen

Barrierefreiheit bedeutet immer, genügend Bewegungsspielraum zu haben. Um dies zu gewährleisten, müssen einige Maßnahmen getroffen bzw. Abstände eingehalten werden.

Anforderungen behindertengerechte Küche:

  • Um eine Küche barrierefrei betreten zu können, sind ein schwellenfreier Zugang sowie eine Türbreite von 80 cm, für Rollstuhlfahrer:innen von 90 cm notwendig.

  • Innerhalb der Küche sollte die Bewegungsfläche laut DIN 18040-2 mindestens 120 x 120 cm betragen.

  • Ein/e Rollstuhlfahrer:in benötigt einen größeren Manövrierraum von 150 x 150 cm Mindestfläche zwischen und vor Möbeln, Türen oder Fenstern, um die Küche einschränkungslos und bequem befahren zu können.

  • Der Boden sollte rutschhemmend sein und sich auch nicht elektrostatisch aufladen.

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Tipp 3: Arbeitsfläche sinnvoll anordnen

In Abhängigkeit von der jeweiligen körperlichen Einschränkung sollten die Arbeitsflächen der Küche so angeordnet werden, dass ein sinnvoller Arbeitsfluss von einer Tätigkeit zur nächsten möglich ist. Das Ziel: Alle Arbeiten und Arbeitsabläufe müssen kraftsparend und ohne große Wege erledigt werden können.

  • Für gehbehinderte Menschen empfiehlt es sich daher, die Arbeitsplatte, den Herd und die Spüle nebeneinander zu installieren.

  • Für Rollstuhlfahrer:innen gilt es, das Arbeitszentrum über Eck anzuordnen, um den Fahraufwand zu minimieren. So ist nur eine Drehbewegung notwendig, um beispielsweise vom Herd zur Spüle zu gelangen.

Rollstuhlfahrer an einer unterfahrbaren Spüle
In der Küche bedeutet rollstuhlgerecht, dass betroffene Personen Arbeitsbereiche unterfahren können.

Rollstuhlgerecht heißt, dass die betroffene Person überall unterfahren kann.

Tipp 4: Arbeitshöhe und Unterfahrbarkeit

Die Höhe der Arbeitsplatte, der Spüle sowie der Herdplatte sollte sich nach dem Nutzer ausrichten.

  • Wichtig bei Rollstuhlfahrer:innen: Alle Elemente der Küchenzeile sollten senkrecht anfahrbar und unterfahrbar sein.

  • Richtwerte sind eine Arbeitshöhe von 82 cm und eine Beinfreiheit von 67 cm Höhe, was in etwa der Kniehöhe von Rollstuhlfahrer:innen entspricht.

  • Die ideale Höhe der Kochfläche beträgt etwa 80 cm. Um Gefahren vorzubeugen, ist eine Glaskeramikkochfläche allen anderen Systemen vorzuziehen. Die Bedienelemente befinden sich am vorderen Rand, das Kochfeld ist unterfahrbar.

  • Backöfen sollten in bequemer Höhe zwischen 70 und 75 cm eingebaut werden. Sinnvoll sind Geräte, die seitlich bedient werden können (Drehtür), handliche Griffe und übersichtliche Instrumente haben. Als zusätzlichen Abstellbereich empfiehlt sich eine ausziehbare Platte unter dem Herd auf Sitzhöhe.

  • Geschirrspülmaschinen sind oft zur Vorderseite hin abgeschrägt, um das Herausnehmen von Geschirr und Töpfen zu erleichtern. Richtwert für die Einbauhöhe: zwischen 40 und 140 cm.

  • Die Spüle ist der am häufigsten genutzte Arbeitsplatz in der Küche und sollte daher, je nach Körpergröße, in optimaler Höhe angebracht werden. Für Rollstuhlfahrer:innen sind das, bei gleichzeitiger Unterfahrbarkeit, etwa 80 cm, ansonsten 90 bis 100 cm. Zudem ist ein Unterputz- oder Flachaufputzsiphon erforderlich.

  • Ober- und Hängeschränke sollten sich per Knopfdruck senken und heben lassen. Statt herkömmlicher Schranktüren können Falttüren oder Rollos installiert werden. So entgehen sehbehinderte Menschen der Gefahr, eine offene Schranktür nicht zu bemerken.

  • Ist in der Küche gleichzeitig ein Essplatz vorhanden, ist für eine ausreichende Bewegungsfläche und Beinfreiraum zu sorgen. Rollstuhlfahrer:innen benötigen ungefähr 80 cm Tischbreite und eine Tischhöhe von etwa 60 cm.

In kleineren Küchen muss der Stauraum oft in die oberen Etagen verlegt werden und ist somit für ältere Menschen oder Rollstuhlfahrer:innen nur schwer zu erreichen. Zahlreiche Hersteller:innen bieten daher elektromotorisch höhenverstellbare Ober-und Hängeschränke an, die sich bequem per Knopfdruck auf Körperhöhe absenken lassen. Einige Modelle können auch nach vorne gesenkt und leicht gekippt werden, um eine noch bessere Erreichbarkeit, auch vom Rollstuhl aus, zu gewährleisten. Gegebenenfalls kann auch eine elektrisch höhenverstellbare Arbeitsplatte eingebaut werden. Einige Hersteller:innen bieten sogar komplett höhenverstellbare Küchenzeilen an.

Unser Tipp

Die Unterfahrbarkeit der Küchenzeile bedeutet auch, dass keine Unterschränke (Fixverbauten) mehr verwendet werden können, um die nötige Beinfreiheit für Rollstuhlfahrer:innen zu gewährleisten. Eine praktische Alternative sind Rollcontainer, die ebenso viel Stauraum bieten, aber sehr viel flexibler sind.

Tipp 5: Clever sparen durch Zuschüsse für barrierefreie Küchen

Eine neue Küche stellt immer eine große Investition dar. Wer eine barrierefreie Küche kauft, muss in der Regel allerdings noch etwas mehr investieren als üblich. Der Preis der Küche richtet sich nach der Größe, Ausstattung und Form. Zwar bieten Hersteller:innen mittlerweile durchaus standardisierte barrierefreie Küchen an, jedoch sind häufig individuelle Veränderungen notwendig.

Kosten einer barrierefreien Küche

Leistung

Kosten*

Barrierefreie Küche komplett mit unterfahrbaren und bedarfsgerechten Geräten

ab 9.000 Euro (inkl. Montagekosten)

Umbaumaßnahmen an Türen, Armaturen, Bedienelementen, Steckdosen

> 1.000 Euro

Kauf von Spüle, Arbeitsplatten, unterfahrbarem Herd

ca. 1.500 Euro

* Preise sind Richtwerte zur Orientierung

Zuschüsse für barrierefreie Küchen

Informieren Sie sich vor dem Neukauf oder Umbau zu einer barrierefreien Küche über finanzielle Fördermöglichkeiten:

  1. Bei der Einstufung in einen Pflegegrad sind beispielsweise Zuschüsse von bis zu 4.180 Euro pro Person von der Pflegekasse möglich.

  2. Ist die Behinderung durch einen Unfall verursacht, übernimmt die Unfallversicherung die Kosten der Wohnraumanpassung. In diesem Fall wäre auch die Kostenübernahme einer rollstuhlgerechten Küche durch die Versicherung abgedeckt.

  3. Eine weitere Möglichkeit ist der zinsgünstige Kredit 159 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Mit bis zu 50.000 Euro werden Baumaßnahmen gefördert, die der Barriere-Reduzierung dienen.

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Wir von Aroundhome unterstützen Sie dabei, Ihre Hausprojekte erfolgreich und stressfrei umzusetzen – durch individuelle Beratung und die Vermittlung passender Fachfirmen. Unser Service ist für Sie komplett kostenfrei und unverbindlich, wir finanzieren uns über die Zusammenarbeit mit den Fachfirmen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie groß sollte eine barrierefreie Küche sein?

Laut DIN 18040-2 muss die allgemeine Bewegungsfläche in der Küche mindestens 120 x 120 Zentimeter betragen. Für Rollstuhlfahrer ist sogar ein großzügiger Manövrier- und Wendekreis von 150 x 150 Zentimetern vor allen Schränken und Türen zwingend vorgeschrieben.

Wie kann ich meine Küche barrierefrei gestalten?

Um Ihre Küche barrierefrei zu gestalten, sollten Sie auf unterfahrbare Arbeitsflächen und leicht erreichbare Elektrogeräte auf Greifhöhe setzen. Zudem erleichtern Vollauszüge in den Unterschränken und absenkbare Hängeschränke den Alltag enorm, da sie mühsames Bücken oder Strecken überflüssig machen.

Welche Küchenmarken bieten barrierefreie Serien an?

Hersteller wie Nobilia oder Brillant Küchen bieten flexible Planungsraster, die sich hervorragend für barrierefreie Konzepte anpassen lassen. Ergänzt wird dies oft durch spezialisierte Zulieferer wie Granberg oder Ropox, die die komplexen elektromotorischen Liftsysteme für höhenverstellbare Elemente beisteuern.

Worauf muss man achten, wenn man die Küche altersgerecht umbaut?

Beim altersgerechten Umbau stehen Kraftersparnis und Sicherheit im Fokus, weshalb hochgebaute Backöfen und intuitive Bedienelemente mit Abschaltautomatik essenziell sind. Darüber hinaus sollten Sie auf eine helle, blendfreie Beleuchtung, starke Farbkontraste und einen absolut rutschhemmenden Boden achten, um Unfälle zu vermeiden.

Plötzlich Rollstuhl: Welche Änderungen in der Küche sind sofort nötig?

Als wichtigste Sofortmaßnahme sollten Sie alle täglich benötigten Utensilien aus den Oberschränken auf die Arbeitsplatte oder in leicht erreichbare Unterschränke umräumen. Zudem empfiehlt es sich, störende Schrankkorpusse unter dem Kochfeld und der Spüle provisorisch auszubauen sowie den Siphon flach an die Wand zu verlegen, um schnell Platz für die Beine zu schaffen.

Kann man eine barrierefreie Küche in eine neue Wohnung mitnehmen?

Grundsätzlich können Sie Ihre barrierefreie Küche inklusive der teuren Liftsysteme und modularen Schrankelemente bei einem Umzug problemlos mitnehmen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Grundriss der neuen Küche wieder ausreichend Platz für die nötigen Wendeflächen bietet.

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