Ist die Wasserstoff-Heizung eine sinnvolle Alternative?
Künftig müssen neu eingebaute fossile Heizungen schrittweise steigende Quoten für einen klimaneutralen Brennstoff erfüllen. Wasserstoff-Heizungen können diese Anforderung prinzipiell erfüllen, da sie emissionsfrei arbeiten. Dennoch sind sie für das eigene Heim eine riskante Wahl, denn die zukünftige Wasserstoff-Versorgung für Privathaushalte ist derzeit ungewiss.
Was ist eine Wasserstoff-Heizung?
Eine Wasserstoff-Heizung ist eine innovative Technologie, die es ermöglicht, Wärme oder auch Strom aus der „Verbrennung“ von Wasserstoff zu gewinnen. Sie gilt als klimafreundliche Heizlösung, da CO2-Emissionen je nach System gesenkt oder ganz eingespart werden können. In Einfamilienhäusern kann auf zwei Arten mit Wasserstoff geheizt werden:
Wasserstoff-Brennstoffzellenheizung
Bei diesem System wird nicht wie bei herkömmlichen Heizungen Öl oder Gas verbrannt, sondern es reagieren Wasserstoff und Sauerstoff in einer Brennstoffzelle. Dabei entsteht Strom und als Nebenprodukte Wärme und Wasserdampf. Es handelt sich somit um ein Blockheizkraftwerk, das das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung nutzt.
H2-Ready-Gasheizungen
Eine H2-Ready-Gasheizung ist so konzipiert, dass sie sowohl mit herkömmlichem Erdgas läuft, als auch auf 100 Prozent Wasserstoff (H2) umrüstbar ist. Der Wasserstoff wird dabei nicht selbst erzeugt, sondern dem Hauptenergieträger Erdgas wird Wasserstoff hinzugefügt. Dadurch reduziert sich die benötigte Erdgasmenge.
Wasserstoff-Heizung als Alternative zur Gasheizung?
Gasheizungen verursachen einen großen Anteil der CO2-Emissionen in Deutschland. Deshalb hat die Bundesregierung das Heizen mit fossilen Brennstoffen reglementiert. Wer sich für den Einbau einer neuen Gasheizung entscheidet, muss gemäß dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) schrittweise steigende Quoten an klimaneutralem Brennstoff einhalten. Mit der Beimischung von Wasserstoff lassen sich die gesetzlichen Vorgaben prinzipiell erfüllen.
Die Quotenvorgaben der sogenannten Bio-Treppe sind wie folgt:
Ab 2029: mindestens 10 Prozent
Ab 2030: mindestens 15 Prozent
Ab 2035: mindestens 30 Prozent
Ab 2040: mindestens 60 Prozent
Ob eine Wasserstoffheizung jedoch als sinnvolle Alternative zur fossilen Gasheizung infrage kommt, hängt davon ab, ob an Ihrem Standort ein Wasserstoffnetz vorhanden oder geplant ist und ob genügend grüner oder blauer Wasserstoff für Privathaushalte verfügbar ist. Beides ist in vielen Fällen aktuell nicht gegeben.
Vorteile und Nachteile der Wasserstoff-Heizung
Das Heizen mit Wasserstoff gilt als neue, umweltfreundliche Technologie, die von der Bundesregierung als Alternative zu fossilen Brennstoff-Heizungen zugelassen wurde. In Einfamilienhäusern ist diese Heizungslösung bisher jedoch selten zu finden. Neben der Vorteile hat die Wasserstoff-Heizung nämlich auch Nachteile:
Herausforderungen bei der Umrüstung
Wasserstoff-Heizungen scheinen eine vielversprechende Option für Eigenheimbesitzer:innen zu sein, die beim Heizen auf nachhaltige Energiequellen umsteigen wollen. Allerdings ist die Umrüstung mit einigen Herausforderungen verbunden.
1. Hohe Anschaffungskosten
Die Kosten einer Brennstoffzellenheizung sind höher als bei herkömmlichen Heizsystemen. Insgesamt müssen Sie für eine Wasserstoff-Heizung inklusive Gasanschluss mit Kosten zwischen etwa 30.000 und 50.000 Euro rechnen. Dies kann Hausbesitzer:innen abschrecken und die Umrüstung finanziell erschweren.
2. Auflagen für Förderungen einer Wasserstoff-Heizung
Für eine Brennstoffzellenheizung können Sie eine Heizungsförderung nutzen. Über das KfW-Programm 458 sind Zuschüsse von 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten möglich. Voraussetzung ist jedoch, dass die Heizung mit grünem oder blauem Wasserstoff oder mit Biomethan betrieben wird. Ein reiner Erdgasbetrieb ist nicht förderfähig.
3. Mangelnde Versorgungsinfrastruktur
Ein Risiko bei der Umrüstung auf eine Wasserstoffheizung ist die derzeit noch knappe Verfügbarkeit des Brennstoffs. Bislang fehlen sowohl Anlagen zur grünen Stromerzeugung als auch die Importstrukturen. Wie die Bundesregierung mitteilte, muss in Deutschland die Infrastruktur erst ausgebaut werden, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten.
4. Technische Voraussetzungen
Die Umrüstung zu einer Wasserstoffheizung erfordert bauliche und technische Anpassungen am Gebäude, um den Betrieb und die Sicherheit zu gewährleisten. So müssen Gasleitungen oder -anschlüsse angepasst werden und die Versorgung mit Wind- oder Solarenergie sichergestellt werden.
Lohnt sich eine Wasserstoffheizung fürs Eigenheim?
Wasserstoff-Heizungen können eine vielversprechende und klimaneutrale Alternative zu Öl- und Gasheizungen sein. Für Eigenheimbesitzer:innen, die ihren CO2-Fußabdrucks reduzieren wollen, könnte dies trotz der hohen Anschaffungskosten eine sinnvolle Option sein. Allerdings sollten Sie bedenken, dass die Amortisationszeit über 20 Jahre beträgt und die zukünftige Wasserstoff-Versorgung nicht gesichert ist.
Amortisation einer Wasserstoff-Heizung
Investitionskosten: z. B. 40.000 Euro
Abzug des maximalen Förderzuschusses: 22.400 Euro (80 % Förderung auf die maximal anrechenbaren Kosten von 28.000 Euro)
Tatsächliche Anschaffungskosten: 17.600 Euro
Betriebskosten: ca. 1.100 Euro pro Jahr
Amortisationszeit: ca. 11 Jahre (gegenüber einer Gasheizung im Wert von 10.000 Euro und jährlichen Betriebskosten von 1.800 Euro)
Wenn Ihnen eine Wasserstoffheizung zu risikoreich ist, könnte die Nachrüstung einer Wärmepumpe eine Alternative für Sie sein. Eine Wärmepumpe heizt deutlich effizienter als eine Wasserstoff-, Gas- oder Ölheizung und benötigt dafür nur eine geringe Menge Strom. Dadurch reduzieren sich die Betriebskosten und Sie werden unabhängiger von externen Energielieferanten und Preisschwankungen auf dem Markt.
Sie wollen Ihre alte Heizung austauschen, wissen aber noch nicht, welches Modell sich für Ihr Zuhause am besten eignet? Füllen Sie einfach unseren Fragebogen aus und finden Sie passende Fachfirmen aus Ihrer Region, die Sie bei Ihrem Projekt unterstützen.
Wir von Aroundhome unterstützen Sie dabei, Ihre Hausprojekte erfolgreich und stressfrei umzusetzen – durch individuelle Beratung und die Vermittlung passender Fachfirmen. Unser Service ist für Sie komplett kostenfrei und unverbindlich, wir finanzieren uns über die Zusammenarbeit mit den Fachfirmen.
Jetzt Firma finden- > 500.000
erfolgreich an Fachfirmen vermittelte Aufträge pro Jahr
- 15
Jahre Markterfahrung in verschiedensten Branchen
- > 40
Produkte und Dienstleistungen rund ums Eigenheim
Häufig gestellte Fragen
Für wen eignen sich Wasserstoff-Heizungen?
Wasserstoff-Heizungen eignen sich für Eigenheimbesitzer:innen, die eine umweltfreundliche Heizlösung suchen und aktiv zum Klimaschutz beitragen wollen. Besonders attraktiv sind sie für Regionen, in denen die Wasserstoff-Infrastruktur ausgebaut wird.
Kann ich eine Wasserstoff-Heizung ohne Gasanschluss betreiben?
Dies ist prinzipiell möglich, da die Wasserstoff-Heizung auch nur mit reinem Wasserstoff betrieben werden könnte. Dafür wäre ein entsprechender Speicher oder Tank in Ihrem Haus erforderlich. Allerdings ist die Produktion von Wasserstoff so teuer, dass die Heizung nicht wirtschaftlich wäre. Daher wird in der Praxis eine Wasserstoff-Heizung in der Regel mit Gas betrieben.
Sind Wasserstoffheizungen gefährlich?
Wasserstoffheizungen sind nicht per se gefährlicher als Erdgasheizungen, erfordern aber strengere Sicherheitsvorkehrungen. Das Gas ist leichter entzündlich und seine kleineren Moleküle entweichen schneller durch Materialien. Für den Betrieb einer Wasserstoff-Heizung sind daher spezielle Sensoren und H2-taugliche Leitungen erforderlich. Werden diese Maßnahmen fachgerecht umgesetzt, ist das Risiko gut beherrschbar.