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Solarstrom Speichern - Möglichkeiten und Vorteile

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Erzeugt Ihre PV-Anlage mehr Strom als Sie sofort verbrauchen, können Sie den Überschuss an Solarenergie speichern. Erfahren Sie, welche Möglichkeiten zur Speicherung von Sonnenstrom es gibt und wie Sie diese effektiv nutzen können.

Unsere Autorin Undine Tackmann  ist Senior Editor bei Aroundhome und Expertin auf dem Gebiet Energieeffizienz und für Solaranlagen
Undine Tackmann
Ein Einfamilienhaus mit einer Solaranlage auf dem Dach am Abend, im Haus ist Licht an
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Welche Möglichkeiten gibt es, Sonnenstrom zu speichern?

Durch die Speicherung Ihres erzeugten Sonnenstrom, haben Sie die Möglichkeit, diesen zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Sie auch in den Nachmittags- und Abendstunden oder bei schlechtem Wetter Ihre zuvor selbst erzeugte Solarenergie nutzen möchten. Unterschieden werden verschiedene Methoden, um Solarstrom zu speichern:

Der Batteriespeicher

Ein Batteriespeicher, oft Stromspeicher genannt, sichert überschüssige Energie der PV-Anlage. Erzeugt die Solaranlage mehr Strom, als gerade verbraucht werden kann, fließt der Überschuss in den Batteriespeicher. Diese Energie ist dann verfügbar, wenn sie gebraucht wird, beispielsweise abends, wenn die Sonne nicht mehr scheint und alle Personen zu Hause sind.

Energiegemeinschaften (EEG & BEG)

Sie können überschüssigen Solarstrom über Energiegemeinschaften direkt mit der Nachbarschaft oder anderen Teilnehmenden über das öffentliche Stromnetz teilen. Österreich ist hier Vorreiter in Europa und ermöglicht seit 2021 zwei verschiedene Modelle:

Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG):

  • teilen von Strom und Wärme innerhalb eines begrenzten Nahebereichs (lokal oder regional)

  • nur erneuerbare Energiequellen erlaubt wie Solar, Wasser, Wind

  • finanzielle Vorteile: reduzierte Netzentgelte und Befreiung von der Ökostrompauschale

  • Organisation als Verein, Genossenschaft oder andere Rechtsform

  • Hauptzweck liegt nicht im finanziellen Gewinn, sondern im regionalen Nutzen

Bürgerenergiegemeinschaften (BEG):

  • österreichweites Teilen von Strom möglich; keine regionale Beschränkung

  • beschränkt auf elektrische Energie; keine Wärme

  • keine besonderen finanziellen Vergünstigungen wie bei EEG

  • auch Privatpersonen und Unternehmen können teilnehmen

Die Stromcloud

Eine Stromcloud, auch als Energiecloud oder Solarcloud bezeichnet, ist ein Konzept, Sonnenstrom ohne Batterie zu speichern. Dabei wird der überschüssige Sonnenstrom Ihrer PV-Anlage in einem virtuellen Stromspeicher eingespeist - es handelt sich also nicht um eine physische Speicherung des Stroms, sondern um eine bilanzielle Gutschrift. Wenn später mehr Strom gebraucht wird, als als Ihre PV-Anlage produziert, kann der zuvor gespeicherte Strom aus der virtuellen Cloud entnommen werden.

Hinweis

Dieses Modell ist in Österreich derzeit nur selten verfügbar. Bislang operieren die bekannten Anbieter wie SENEC, E.ON und sonnen hauptsächlich in Deutschland. Es ist jedoch möglich, dass solche Angebote künftig auch auf dem österreichischen Markt angeboten werden.

Solarenergie mit einem Heizstab speichern

Bei dieser Methode wird der überschüssige Strom dazu genutzt, um einen elektrischen Heizstab, auch Tauchheizer genannt, in einem Warmwasserspeicher zu aktivieren. Dieser Heizstab wandelt elektrische Energie direkt in Wärme um, indem er das Wasser im Speicher erhitzt. Das erwärmte Wasser steht für Haushaltszwecke zur Verfügung, beispielsweise für Duschen oder die Küche. Das warme Wasser kann zudem gespeichert und so zu jedem Zeitpunkt, unabhängig von der aktuellen Sonnenstromproduktion, genutzt werden.

Solarenergie mit Solarthermie speichern

Bei Solarthermie wird mittels Solarkollektoren auf dem Dach Sonnenenergie gespeichert. Dazu zirkuliert ein Wärmeträgermedium z. B. Wasser durch die Kollektoren, nimmt die gesammelte Sonnenwärme auf und leitet diese weiter in einen Wärmespeicher. Bei Bedarf wird die gespeicherte Wärme über einen Wärmetauscher an das zu erwärmende Wasser, z. B. für Warmwasser oder Raumheizung, übertragen. Solarthermie kann auch mit anderen Heizsystemen kombiniert werden, um eine ganzjährige Versorgung sicherzustellen.

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Weitere Möglichkeiten, Solarstrom zu speichern

Fortlaufend werden immer neuere Speichermöglichkeiten von Solarenergie entwickelt und getestet, unter anderem auch Lösungen, Sonnenstrom ohne Batterie zu speichern. Meist handelt es sich dabei allerdings um Anwendungsfälle aus der Industrie und weniger für den Hausgebrauch. Zu den innovativen Ansätzen zählen:

  • Die Umwandlung von Sonnenenergie in Wasserstoff durch Elektrolyse, um diesen anschließend zu lagern und bei Bedarf über eine Brennstoffzelle in Energie zurückzuverwandeln oder ihn direkt zu verbrennen. Dieser Vorgang ist auch bekannt als Power-to-Gas-Verfahren

  • Die Lagerung von im Sommer mittels Solarenergie erhitztes Wasser in Erdsondenspeichern im Boden. Die Wärme steht dann im Winter den Verbrauchern zur Verfügung.

  • Die Lagerung von im Sommer mittels Solarenergie erhitztem Wasser in Erdsondenspeichern im Boden ermöglicht es, die Wärme im Winter den Verbrauchern zur Verfügung zu stellen.

  • Die Speicherung der Sonnenenergie durch künstliche Photosynthese in Form von Glukose, einem energiereichen Zucker.

Welche Vorteile hat es, Sonnenstrom zu speichern?

Solarenergie zu speichern, bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Erhöhter Direktverbrauch selbst erzeugten Sonnenstroms und damit höhere Kosteneinsparungen.

  • Größere Unabhängigkeit von externen Energieversorgern und Preisschwankungen.

  • Optimierte Nutzung von Solarenergie, da der gespeicherte Strom zu Zeiten genutzt werden kann, wenn die Sonne nicht scheint, z. B. Abendstunden.

  • Finanzielle Einsparungen bei Energiekosten durch die Maximierung des Direktverbrauchs.

  • Verbesserte Amortisation durch insgesamt bessere Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage.

  • Förderprogramme und Vergütungen für die Installation von Batteriespeichern, welche die Investitionskosten weiter senken und die Entscheidung für einen Batteriespeicher finanziell noch attraktiver machen.

Die richtige Größe vom Batteriespeicher wählen

Die Bestimmung der optimalen Speicherkapazität für einen Batteriespeicher ist ausschlaggebend, um die Effektivität und Rentabilität Ihrer PV-Anlage zu maximieren.

Für einen 4-Personen-Haushalt mit einem ungefähren Jahresverbrauch von 4.500 bis 4.700 kWh/Jahr und einer PV-Anlagenleistung von 10 kWp wird eine Speichergröße von etwa 10 bis 12 kWh empfohlen.

Bei der Wahl der geeigneten Speichergröße helfen Ihnen folgende Fragen:

  • Wie hoch ist Ihr täglicher und saisonaler Stromverbrauch?

  • Wann wird besonders viel Strom verbraucht?

  • Planen oder besitzen Sie Anschaffungen, die Ihren Stromverbrauch beeinflussen könnten wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe?

  • Wie viele Personen leben aktuell im Haushalt und wie viele sollen ggf. künftig im Haushalt leben?

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Was kostet es, Solarstrom zu speichern?

Für eine durchschnittliche PV-Anlage eines Einfamilienhauses empfiehlt sich ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 5 bis 10 kWh. Die Anschaffungskosten für solche Batteriespeicher liegen durchschnittlich zwischen 4.000 und 12.000 Euro. Zur besseren Vergleichbarkeit dient der Preis pro Kilowattstunde Speicherkapazität, der zwischen 400 und 500 Euro liegt, aber nicht die langfristigen Speicherkosten widerspiegelt.

Die Kosten für die Speicherung von Sonnenstrom können stark variieren. Der finale Preis hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Art des Speichersystems, die Kapazität des Speichers, die technischen Spezifikationen und die Installation.

Fazit: Lohnt es sich, überschüssigen Strom aus der Solaranlage zu speichern?

Insgesamt kann eine mit Speicher lohnenswerter sein, als eine Anlage ohne. Insbesondere dann, wenn Sie Ihren Direktverbrauch am Sonnenstrom maximieren und sich unabhängiger von schwankenden Preisen für öffentlichen Netzstrom machen möchten. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Einspeisetarife und den hohen Energiekosten lohnt es sich besonders, so viel Sonnenstrom selbst zu nutzen, wie möglich. Mit der Anschaffung eines Batteriespeichers können Sie den Direktverbrauchsanteil von etwa 30 auf 60 bis 80 Prozent steigern und damit die Energiekosten noch weiter senken.

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Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich Solarstrom für den Winter speichern?

Einige Energieversorger bieten die Möglichkeit an, überschüssigen Sonnenstrom in einer virtuellen Solar-Cloud zu speichern. Dabei wird der überschüssige Strom ins Stromnetz eingespeist und einem virtuellen Konto gutgeschrieben. Im Winter kann der gespeicherte Strom dann genutzt werden, um den eigenen Bedarf zu decken.

Dieses Modell ist in Österreich derzeit nur selten verfügbar. Bislang operieren die bekannten Anbieter wie SENEC, E.ON und sonnen hauptsächlich in Deutschland. Es ist jedoch möglich, dass solche Angebote künftig auch auf dem österreichischen Markt angeboten werden.

Wann lohnt sich ein Batteriespeicher nicht?

Generell lohnt sich ein Speicher umso weniger fürs Eigenheim, je kleiner Ihre PV-Anlage ist − denn hier wird der Großteil des produzierten Stroms meist direkt verbraucht. Sollten Sie allerdings immer dann viel Strom benötigen, wenn Ihre PV-Anlage keinen eigenen Sonnenstrom erzeugt, wie beispielsweise abends nach der Arbeit, kann auch ein kleiner Batteriespeicher lohnenswert sein.

Wie lange kann Solarstrom gespeichert werden?

Tatsächlich kann man trotz Batteriespeicher eben nicht in jeder Lage komplett autark bleiben - auch nicht dann, wenn es zu einem längeren Stromausfall von mehreren Stunden oder Tagen kommt. Wie lange Sie Ihr Batteriespeicher dann noch mit Energie versorgen kann, hängt immer von der Haushaltsgröße, den darin lebenden Personen, der Ausstattung und der Wohnfläche ab. Der Inverter ist außerdem mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Bei Stromausfall schaltet sich dieser automatisch ab und der von den PV-Modulen erzeugte Gleichstrom kann nicht in den für die Haushaltsgeräte benötigten Wechselstrom umgewandelt werden. In solchen Fällen ist es deswegen ratsam, sich Gedanken über Not- oder Ersatzstrom zu machen.

Unsere Autorin Undine Tackmann  ist Senior Editor bei Aroundhome und Expertin auf dem Gebiet Energieeffizienz und für Solaranlagen
Undine Tackmann
Undine Tackmann hat sich bei Aroundhome auf den Energiebereich spezialisiert. Mit ihrer Expertise verfasst sie Artikel, die komplexe Energiethemen verständlich aufbereiten. Sie konzentriert sich auf nachhaltige Energielösungen und innovative Trends, um Leser:innen bei der Entscheidungsfindung für eine grünere Zukunft zu unterstützen.

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