Mit Holz heizen: Arten, Kosten, Regelungen und Förderung von Holzheizungen
Moderne Holzheizungen wie Pellet-, Hackschnitzel- und Holzvergaserheizungen nutzen Holz als nachwachsenden Rohstoff. Die Kosten für eine Holz-Zentralheizung liegen bei ca. 11.000 bis 35.000 Euro. Erfahren Sie, welche Förderungen es gibt, welche Auflagen Sie erfüllen müssen und wie klimafreundlich eine Holzheizung wirklich ist.
Was ist eine Holzheizung und wie funktioniert sie?
Eine Holzheizung nutzt Holz als Brennstoff, um Gebäude zu beheizen und Warmwasser bereitzustellen. Die Funktionsweise ist einfach: Das Holz verbrennt im Heizkessel und erhitzt dabei Wasser in einem Pufferspeicher. Dieses fließt in den Heizkreislauf und erwärmt die Räume. Anschließend fließt das abgekühlte Wasser zurück zum Kessel. Ein Schornstein leitet die Abgase nach draußen.
Im Gegensatz zu Gas- oder Ölheizungen gilt eine Holzheizung als umweltfreundlich, weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist. Beim Verbrennen entweicht lediglich die Menge CO₂, die die Bäume während ihres Wachstums aufgenommen haben. Da der Heizprozess kein zusätzliches Treibhausgas freigibt, gilt Holz als nahezu klimaneutral. Dies setzt jedoch eine nachhaltige Forstwirtschaft voraus. Es darf immer nur so viel Holz entnommen werden, wie im gleichen Zeitraum nachwächst.
In der folgenden Tabelle sehen Sie die wichtigsten Unterschiede der Holzheizungen im Vergleich:
Unterschied von Holzvergaser-, Hackschnitzel- und Pelletheizung einfach erklärt
Der Unterschied zwischen den Holzheizungen liegt in der Verbrennungstechnik. Bei Pellet- und Hackschnitzelheizungen wird der automatisch zugeführte Brennstoff direkt in einer einzigen Kammer verbrannt. Die Holzvergaserheizung nutzt dagegen zwei Kammern. In der ersten Kammer wird das manuell nachgelegte Scheitholz durch große Hitze in ein Gas umgewandelt. Dieses Holzgas verbrennt anschließend in der zweiten Kammer besonders sauber und effizient. Die gewonnene Wärme erhitzt das Wasser für den Heizkreislauf des Hauses.
Pelletheizung
Die Pelletheizung kommt im privaten Wohnbereich am häufigsten zum Einsatz. Sie nutzt Pellets als Brennstoff. Das sind hart gepresste Holzreste, die sehr platzsparend sind. Ein Fördersystem transportiert die Pellets automatisch aus dem Lagerraum in den Heizkessel. Die gewonnene Wärmeenergie speist dann die Heizanlage des Eigenheims. Einmal im Jahr sollte Anlage gewartet werden und alle paar Wochen bis Monate müssen Sie den Aschebehälter leeren. Pelletheizungen arbeiten sehr effizient. Der industriell gefertigte Brennstoff kostet im Einkauf jedoch etwas mehr als Hackschnitzel oder einfache Holzscheite.
Hackschnitzelheizung
Die Hackschnitzelheizung funktioniert ähnlich wie die Pelletheizung. Sie verbrennt maschinell zerkleinertes Holz, die sogenannten Hackschnitzel. Der Brennstoff gelangt ebenfalls vollautomatisch in den Kessel. Die Anlage muss einmal im Jahr gewartet werden. Hackschnitzel haben pro Kilo verwertbarem Brennstoff ein größeres Volumen als Pellets. Sie benötigen daher einen größeren Lagerraum. Deshalb lohnen sich diese Heizungen meist nur für Gebäude mit hohem Wärmebedarf, Mehrfamilienhäuser oder landwirtschaftliche Betriebe.
Holzvergaserheizung
Eine Holzvergaserheizung nutzt einen speziellen Verbrennungsprozess mit zwei getrennten Brennkammern. Sie legen die Holzscheite von Hand in die obere Kammer. Durch die enorme Hitze im Heizkessel wird dem Holz durch Vergasung Feuchtigkeit entzogen. Diese Vergasung liefert den ersten Teil der hohen Heizenergie. Im zweiten Schritt werden die Holzscheite im unteren Teil der Brennkammer mithilfe des Holzgases bei Temperaturen von bis zu 1.000 °C nahezu rückstandsfrei verbrannt. Diese doppelte Verbrennung macht die Anlage sehr effizient. Sie erfordert jedoch regelmäßiges Nachlegen des Holzes.
Scheitholzheizung
Bei einer klassischen Scheitholzheizung, auch Stückholzheizung genannt, müssen Sie das Holz manuell in den Kessel legen. Je nach Wärmebedarf müssen Sie in der Heizsaison etwa alle vier Stunden neues Holz nachlegen. Hinzu kommt die regelmäßige Reinigung und das Entfernen der Asche. Scheitholzheizungen gelten mittlerweile als veraltet und werden für Wohnhäuser nicht mehr verbaut.
Kombikessel: Pellets und Scheitholz in einem System
Ein Kombikessel vereint zwei Heizarten in einem Gerät. Er verfügt über zwei getrennte Brennkammern, eine für Pellets und eine für Scheitholz. So können Sie günstiges Stückholz verbrennen, wenn Sie Zeit zum Nachlegen haben. Wenn Sie nicht zu Hause sind, übernimmt die Automatik der Pelletseite die Arbeit. Das System erkennt automatisch, wann das Scheitholz abgebrannt ist, und zündet bei Bedarf die Pellets. Diese Flexibilität erfordert jedoch höhere Anschaffungskosten und mehr Platz im Heizungsraum.
Welche Holzheizung eignet sich für ein Einfamilienhaus?
Für die meisten Einfamilienhäuser stellt die Pelletheizung die beste Wahl dar. Sie bietet den gleichen Komfort wie eine Gasheizung, ist aber klimafreundlich und benötigt im Vergleich zu anderen Holzheizungen weniger Platz für das Brennstofflager. Wenn Sie günstig an eigenes Holz kommen und die körperliche Arbeit nicht scheuen, bietet sich ein Holzvergaser an. Möchten Sie den Komfort von Pellets mit dem günstigen Brennstoff Holzscheite verbinden, lohnt sich der Kombikessel. Eine Hackschnitzelheizung ist für ein klassisches Einfamilienhaus wegen des großen Platzbedarfs eher ungeeignet.
Mit Holz heizen? Vorteile und Nachteile im Überblick
Vorteile einer Holzheizung
Mit einer Holzheizung können Sie umweltfreundlich alternativ heizen ohne Öl oder Gas und machen sich unabhängig von fossilen Brennstoffen. Die Preise für heimisches Holz entwickeln sich häufig stabiler als die Kosten für fossile Energieträger. Zudem heizen Sie nahezu klimaneutral. Holz ist ein regional verfügbarer und nachwachsender Rohstoff. Moderne Holzheizungen erreichen einen sehr hohen Wirkungsgrad und nutzen die Energie der Holzverbrennung optimal aus.
Nachteile und Kritikpunkte von Holzheizungen
Ein Nachteil von Holzheizungen ist der hohe Platzbedarf für den Kessel sowie das Brennstofflager. Auch die Anschaffungskosten sind in der Regel höher als bei Gasheizungen. Hinsichtlich des Umweltschutzes ist der bei der Holzverbrennung entstehende Feinstaub zu kritisieren. Sofern das Holz nicht aus einer rein nachhaltigen Forstwirtschaft stammt, ist die Heizart außerdem nicht klimaneutral. Im Alltag erfordert eine Holzheizung außerdem einen höheren Aufwand für Reinigung und Wartung.
Vergleichstabelle der Holzheizungsarten
Die folgende Tabelle hilft Ihnen, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Holzheizungen zu vergleichen.
Ist die Holzheizung verboten? Aktuelle Regeln 2026
Ein generelles Verbot von Holzheizungen oder Kaminöfen gibt es auch im Jahr 2026 nicht. Sie dürfen Ihre Holzheizung weiterhin betreiben und grundsätzlich auch neu einbauen, sofern Sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Wenn eine alte Holzheizung die Emissionsgrenzen nicht einhält, kann der Weiterbetrieb untersagt werden. In diesem Fall müssen Sie die Anlage nachrüsten, austauschen oder stilllegen.
BImSchV: Welche Regeln für Holzheizungen gelten
Die Erste Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (1. BImSchV) regelt den Betrieb kleiner Feuerungsanlagen. Ziel ist es, die Emissionen von Feinstaub und Kohlenmonoxid zu reduzieren. Am 1. Januar 2025 liefen die letzten Übergangsfristen ab. Demnach dürfen ältere Feuerstätten, die zu viel Feinstaub und Kohlenmonoxid ausstoßen, in ihrer bisherigen Form nicht mehr genutzt werden. Im Fokus der Verordnung stehen Kaminöfen, Kachelöfen und Grundöfen, die vor dem 21. März 2010 in Betrieb genommen wurden. Damit diese Bestandsanlagen weiterhin betrieben werden dürfen, müssen sie folgende Grenzwerte nachweislich einhalten:
Feinstaub: maximal 0,15 g/m³
Kohlenmonoxid (CO): maximal 4 g/m³
Geräte, die ab Ende März 2010 gebaut wurden und bereits die strengeren Anforderungen der „Stufe 2” der BImSchV erfüllen, sind von den Einschränkungen befreit und genießen Bestandsschutz. Sie dürfen maximal 0,04 g/m³ Feinstaub und 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid ausstoßen.
Nachrüsten, austauschen oder stilllegen: Was Hauseigentümer:innen jetzt tun müssen
Wenn Ihre Anlage die Grenzwerte nicht einhält oder der Nachweis fehlt, gibt es meist drei Lösungswege:
Nachrüsten (Feinstaubfilter): Für etwa 1.000 bis 4.000 Euro kann ein Fachbetrieb einen Feinstaubfilter einbauen. Diese Option bietet sich vor allem bei sehr hochwertigen oder fest verbauten Anlagen an.
Austauschen: Eine moderne Holzheizung kann die Vorgaben in der Regel einhalten und ist meist effizienter und komfortabler. Ein Austausch ist häufig der sinnvollere Weg, wenn Ihr Gerät sehr alt ist, die Nachrüstung teuer wird, Sie keine Ersatzteile mehr bekommen oder ohnehin eine Modernisierung planen.
Stilllegen: Wenn eine Nachrüstung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, bleibt die Außerbetriebnahme und der Umstieg auf eine andere Heizart, wie eine Wärmepumpe.
Ausnahmen und Sonderregelungen
Die 1. BImSchV sieht einige Ausnahmen vor, bei denen alte Öfen von der Nachrüst- und Austauschpflicht befreit sind. Dazu zählen:
Historische Öfen mit Baujahr vor 1950, die sich noch an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort befinden.
Wenn der Holzofen die einzige Heizquelle darstellt, um die entsprechende Wohnung zu beheizen.
Offene Kamine fallen nicht unter die Regelung, dürfen aber ohnehin nur gelegentlich betrieben werden.
In individuell begründeten Härtefällen können Sie eine gesonderte Genehmigung für den Weiterbetrieb erhalten.
Gebäudemodernisierungsgesetz: Darf man noch eine reine Holzheizung einbauen?
Mit der Einführung des Gebäudemodernisierungsgesetzes wurde die strenge Regel, dass neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, gekippt. Stattdessen ist die Bio-Treppe geplant:
Ab Januar 2029 müssen mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden.
Ab Januar 2030 mindestens 15 Prozent.
Ab Januar 2035 mindestens 30 Prozent.
Ab Januar 2040 mindestens 60 Prozent.
Ab Januar 2045 müssen Heizungen komplett mit klimaneutralen Brennstoffen betrieben werden.
Holzheizungen erfüllen diese Vorgaben automatisch, da Biomasse wie Holz oder Pellets gesetzlich als erneuerbare Energiequelle gilt. Die Bio-Treppe wird jedoch relevant, wenn Sie eine Hybridheizung planen. Wenn Sie beispielsweise eine Gasheizung mit einer Pelletheizung kombinieren, müssen Sie sicherstellen, dass der Anteil der Holzfeuerung die gesetzlichen Quoten zu jedem Zeitpunkt erreicht.
Was kostet eine Holzheizung in Anschaffung und Betrieb
Anschaffungskosten verschiedener Holzheizungen im Vergleich
Eine Holzheizung kostet zwischen 18.000 und 35.000 Euro, inklusive Montage, Fördersystem, Brennstofflager und Pufferspeicher. Eine Holzvergaserheizung benötigt weniger Zusatzkomponenten und ist daher günstiger. Sie kostet zwischen 12.000 und 21.000 Euro in der Anschaffung.
Preise sind Richtwerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026
Laufende Betriebskosten: Pellets, Hackschnitzel und Scheitholz im Preisvergleich
Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die aktuellen Marktpreise für Pellets, Hackschnitzel und Scheitholz und die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde.
* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026
Pellets und Hackschnitzel kaufen Sie nach Gewicht in Tonnen. Scheitholz wird meist nach Volumen im Schüttraummeter berechnet. Ein Schüttraummeter entspricht einem Kasten von einem Kubikmeter, in den die Scheite lose hineingeworfen werden. Durch die Luft zwischen den Scheiten erhalten Sie dabei weniger reine Holzmasse als bei ordentlich gestapeltem Holz.
Heizbedarf berechnen: So viel Holz benötigen Sie
Der jährliche Holzverbrauch hängt vom Wärmebedarf Ihres Hauses ab. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus benötigt etwa 15.000 Kilowattstunden pro Jahr. Um diese Menge an Energie zu erzeugen, brauchen Sie je nach Brennstoff unterschiedliche Mengen an Holz.
Ein Schüttraummeter trockenes Scheitholz liefert rund 1.000 Kilowattstunden Wärme. Eine Tonne Hackschnitzel enthält etwa 4.000 Kilowattstunden. Holzpellets sind stark gepresst und besitzen mit 4800 Kilowattstunden pro Tonne die höchste Energiedichte.
Die folgende Tabelle zeigt Ihnen den ungefähren Jahresbedarf für ein typisches Einfamilienhaus.
Vollkostenrechnung über 20 Jahre am Beispiel Einfamilienhaus
Um die Wirtschaftlichkeit zu bewerten, müssen Sie die Anschaffung und die Betriebskosten zusammenrechnen. Das folgende Rechenbeispiel gilt für ein Haus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche und einem jährlichen Wärmebedarf von 15.000 Kilowattstunden. Für den Vergleich mit einer Gasheizung wird der aktuelle Gaspreis von 11 Cent pro Kilowattstunde zugrunde gelegt. Die voraussichtlichen Verteuerungen durch den CO₂-Preis sind beim Gaspreis nicht berücksichtigt.
* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung.
Förderung für Holzheizungen 2026
Moderne Holzheizungen zählen zu den klimafreundlichen Biomasseheizungen, die vom Staat gefördert werden. Als Heizungsförderung erhalten Sie eine Grundförderung von 30 Prozent, die durch zusätzliche Boni aufgestockt werden kann, etwa für den schnellen Heizungstausch oder bei geringerem Einkommen. Zudem stehen Ihnen Zuschüsse für die Optimierung Ihrer Holzheizung sowie zinsgünstige Kredite zur Verfügung, auch im Rahmen einer Komplettsanierung.
Holzheizung mit Pufferspeicher und anderen Heizungen kombinieren
Die Kombination einer Holzheizung mit Solarthermie und einem passenden Pufferspeicher sorgt für eine bessere Energieausbeute und geringere Heizkosten.
Warum ein Pufferspeicher beim Heizen mit Holz unverzichtbar ist
Für die meisten Holzheizungen ist die Installation eines Pufferspeicher unverzichtbar, weil er die enorme Hitze des Holzkessels wie eine Batterie auffängt. Er speichert das erwärmte Wasser und gibt die Wärme erst dann an die Heizkörper ab, wenn diese im Haus benötigt wird. Dadurch wird verhindert, dass der Kessel ständig nachgefeuert werden muss und überschüssige Wärme verloren geht. Das schont das Material, senkt den Holzverbrauch und Sie schöpfen den vollen Wirkungsgrad aus.
Holz-Hybridheizung mit Solarthermie
Die Kombination einer Holzheizung mit einer Solarthermieanlage ist sinnvoll, um Brennstoffkosten zu sparen. Im Sommer kann die Solarthermie die Warmwasserbereitung komplett übernehmen, sodass der Holzkessel häufig ausgeschaltet bleibt. In der Übergangszeit und im Winter unterstützt die Solaranlage die Holzheizung an sonnigen Tagen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie nicht von einem einzigen Energieträger abhängig sind. Bei einer Holz-Solar-Hybridheizung ist ein Pufferspeicher unerlässlich. Er speichert die überschüssige Energie beider Systeme und gibt sie bei Bedarf ab.
Hybridlösung: Holzheizung mit Wärmepumpe kombinieren
Die Wärmepumpe gilt als das empfohlene Heizsystem der Zukunft, da sie die Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser sehr effizient nutzt. In Kombination mit einer Holzheizung hat sie den Vorteil, dass viele Modelle im Sommer das Haus auch kühlen können und Sie unabhängiger von der Brennstofflieferung werden.
Dann lohnt sich eine Holz-Hybridheizung mit Wärmepumpe:
Zur Senkung hoher Stromkosten im Winter: Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast an milden Tagen. Erst an sehr kalten Wintertagen, an denen sie viel teuren Strom für die Spitzenlast verbrauchen würde, schaltet sich die Holzheizung kostengünstig dazu.
Für eine maximale Lebensdauer der Geräte: Durch die gegenseitige Entlastung laufen beide Systeme in einem materialschonenden Betriebsbereich, was teuren Verschleiß minimiert.
Beim Wunsch nach Versorgungssicherheit: Sie können flexibel den Energieträger nutzen, der gerade am günstigsten für Sie ist. Auch bei extremen Frostperioden können Sie zuverlässig und günstig heizen.
Klimabilanz und Feinstaub: Wie umweltfreundlich ist Heizen mit Holz?
CO₂-Bilanz: Ist Holz wirklich klimaneutral?
Das Heizen mit Holz gilt als klimaneutral, da Bäume beim Wachsen dieselbe Menge an Kohlendioxid binden, die bei ihrer Verbrennung wieder freigesetzt wird. In der Praxis ist diese Annahme jedoch vereinfacht. Die Verbrennung setzt das gebundene CO₂ in kurzer Zeit frei, während ein neuer Baum Jahrzehnte braucht, um die gleiche Menge wieder aufzunehmen. Eine positive Klimabilanz ergibt sich daher nur, wenn das Holz aus nachhaltiger, regionaler Forstwirtschaft stammt und die Transportwege kurz gehalten werden.
Welche Holzheizung hat die geringsten Emissionen?
Die geringsten CO₂-Emissionen verursachen Hackschnitzel, das sie bei der Herstellung kaum Energie erfordern. Die Produktion von Pelletheizungen erfordert zwar mehr Energie, dafür verbrennen die sehr trockenen Pellets mit weniger Feinstaubbelastung als Scheitholz oder Hackschnitzel, die eine höhere Feuchtigkeit enthalten.
Bei den CO₂-Werten für Holz sind ausschließlich die Emissionen von Ernte, Transport und Verarbeitung eingerechnet. Die Holzverbrennung selbst gilt als klimaneutral, weil Bäume beim Wachsen genauso viel CO₂ aufnehmen, wie beim Verbrennen freigesetzt wird. Bei Erdgas und Erdöl kommen dagegen noch die massiven Emissionen der eigentlichen Verbrennung hinzu.
Quelle: co2online
Feinstaubbelastung senken: Tipps für emissionsarmes Heizen
Möglichst trockenes Holz nutzen: Scheitholz sollte eine Restfeuchte von unter 20 Prozent aufweisen. Dafür muss es richtig gelagert oder ofenfertig gekauft werden. Zu feuchtes Holz verbrennt unvollständig und erzeugt erhebliche Feinstaubmengen.
Richtig anzünden: Vermeiden Sie Anwendungsfehler, wie beispielsweise die Feuerungsanlage zu überfüllen, zu spät nachzulegen oder den Brennstoff falsch anzuzünden. Scheitholz sollte im Ofen von oben nach unten angezündet werden, damit die entstehenden Gase direkt durch die Flammen strömen und sauberer verbrennen.
Feinstaubfilter nachrüsten: Moderne Feinstaubfilter (elektrostatische oder katalytische Abscheider) reinigen das Abgas und reduzieren die Staubbelastung im Schornstein erheblich.
Regelmäßige Wartung: Lassen Sie die Holzheizung alle zwei Jahr warten und die CO₂- und Staubemissionen überprüfen. Auch das Brennstofflager muss zweimal in sieben Jahren inspiziert werden.
Position des Umweltbundesamtes zum Heizen mit Holz
Das Umweltbundesamt (UBA) sieht das Heizen mit Holz zunehmend kritisch. Laut Erhebungen des Amtes sind Holzfeuerungen in privaten Haushalten für einen wesentlichen Teil der Feinstaubemissionen in Deutschland verantwortlich. Das UBA empfiehlt daher, vorrangig auf emissionsfreie Alternativen wie Wärmepumpen oder Solarthermie zu setzen. Holzheizungen sollten Sie nur dort einzusetzen, wo andere erneuerbare Lösungen technisch nicht umsetzbar sind. Bei Holz-Zentralheizungen, wie Pellet- oder Holzvergaseranlagen, rät das UBA zu modernen, emissionsarmen Anlagen mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Eine Fachfirma kann Sie am besten beraten, welche Heizung zu Ihrem Zuhause passt.
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Häufig gestellte Fragen
Wie lange hält eine Holzheizung?
Die durchschnittliche Lebensdauer einer Holzheizung beträgt etwa 20 Jahre, kann bei regelmäßiger Wartung und Pflege jedoch auch deutlich länger ausfallen.
Sind Holzheizungen noch förderfähig?
Ja, moderne Holzheizungen, die zu Biomasseheizungen zählen, werden weiterhin über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Nicht förderfähig sind dagegen zum Beispiel Scheitholzkaminöfen, Kachelöfen sowie luftgeführte Pelletöfen und weitere Holzheizungen, die die festgelegten Werte für die Feinstaubbelastung nicht einhalten können.
Wie lange darf ich in Deutschland noch mit Holz heizen?
Es gibt kein generelles Verbot für Holzheizungen, solange die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte der Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchV) eingehalten werden. Werden die Grenzwerte überschritten, muss die Heizung nachgerüstet oder ausgetauscht werden. Hier kann Sie ein Schornsteinfeger sowie ein Heizungsfachbetrieb im Einzelfall beraten.
Was ist billiger zum Heizen, Öl oder Holz?
Mit Preisen zwischen 4 und 10 Cent pro Kilowattstunde sind Holzbrennstoffe wie Hackschnitzel oder Pellets derzeit günstiger als Heizöl, dessen Kosten im Jahr 2026 bei etwa 15 Cent pro kWh liegen. Zudem sorgt die jährlich steigende CO₂-Steuer dafür, dass das Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas auch langfristig teurer wird.
Was kostet eine Holzheizung für ein Einfamilienhaus?
Die Anschaffungskosten für eine komplette Holzheizung inklusive Montage, Pufferspeicher und Brennstofflager liegen üblicherweise zwischen 18.000 und 35.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Ein Holzvergaser benötigt weniger Zusatzkomponenten und ist mit Gesamtkosten von ca. 12.000 bis 21.000 Euro entsprechend günstiger.
Lohnt es sich, mit Holz zu heizen?
Eine Holzheizung rechnet sich dank niedriger Brennstoffkosten und staatlicher Förderungen oft auf lange Sicht, was sie besonders für die Modernisierung von Bestandsgebäuden attraktiv macht. Bei einem Neubau werden hingegen meist Wärmepumpen, oft in Kombination mit einer Solaranlage, empfohlen. Gut gedämmte Häuser haben einen sehr geringen Wärmebedarf, sodass emissionsfreie Systeme ohne großen Platzbedarf für ein Brennstofflager hier effizienter, platzsparender und umweltfreundlicher arbeiten.
Brauche ich einen Pufferspeicher für meine Holzheizung?
Für die allermeisten Holzheizungen ist ein Pufferspeicher unverzichtbar, da dieser die enorme Hitze des Heizkessels speichert und erst bei Bedarf an die Räume abgibt. Das dadurch seltenere Nachfeuern schont das Material, senkt den Holzverbrauch und sichert den optimalen Heizbetrieb der Anlage.