Inverter für die PV-Anlage
Der Inverter wandelt den Gleichstrom der PV-Module in netzkonformen Wechselstrom um. Erst dadurch können Sie den erzeugten Sonnenstrom im Haushalt nutzen oder in das öffentliche Netz einspeisen. Wir informieren Sie über verschiedene Inverterarten, aktuelle Technologien und die Kosten in Österreich.
Welche Aufgabe hat der Inverter?
Der Inverter, auch Wechselrichter genannt, wandelt den von den PV-Modulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom mit einer für das Hausnetz geeigneten Spannung und Frequenz um. Ohne ihn könnten die meisten Haushaltsgeräte den Solarstrom nicht direkt nutzen.
Der Iverter hat mehrere wichtige Aufgaben:
Leistungsumwandlung: Der Inverter macht den Solarstrom für Haushaltsgeräte und das öffentliche Stromnetz nutzbar.
Maximum Power Point Tracking: Das sogenannte Maximum Power Point Tracking, kurz MPPT, ermittelt laufend den optimalen Arbeitspunkt der PV-Module. Dadurch kann die PV-Anlage auch bei wechselnder Sonneneinstrahlung möglichst viel Leistung liefern.
Überwachung der Ertragsdaten: Das Gerät misst unter anderem Spannung, Stromstärke und Leistung. Viele Modelle stellen die Ertragsdaten über ein Display, eine App oder ein Onlineportal bereit.
Sicherheit bei Störungen: Der Inverter überwacht das Stromnetz und trennt die PV-Anlage bei einer Störung oder einem Stromausfall vom Netz. So wird verhindert, dass weiterhin Strom in ein abgeschaltetes Netz fließt.
Energiemanagement: Moderne Geräte können den Sonnenstrom auf einen Batteriespeicher, eine Wallbox oder eine Wärmepumpe verteilen.
Batteriesteuerung: Ein Hybridinverter steuert je nach Modell das Laden und Entladen des Batteriespeichers.
Wie funktioniert die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom?
Elektronische Schaltungen wandeln die Gleichspannung der PV-Module in Wechselspannung um. Der Inverter passt die Spannung und Frequenz an das Hausnetz an. Dadurch kann der Sonnenstrom im Haushalt genutzt oder in das öffentliche Netz eingespeist werden.
Welche Arten von Invertern gibt es?
Es gibt sechs grundlegende Inverterarten:
Stringinverter
Multistringinverter
Mikroinverter
Hybridinverter
Batterieinverter
Zentralinverter
Welche Inverter-Art zu Ihrer PV-Anlage passt, hängt zum Beispiel von der Größe der Anlage, der Dachausrichtung, der Verschattung, einem geplanten Batteriespeicher und Ihren Anforderungen an Notstrom oder Ersatzstrom ab.
Es ist ratsam, sich bei der Auswahl von PV-Installateur:innen beraten zu lassen. Wenn Sie eine neue PV-Anlage gemeinsam mit einem Professionisten planen, müssen Sie sich selbst nur wenig Gedanken über die einzelnen Komponenten machen. In der Regel werden Komplettanlagen mit auf die PV-Module abgestimmtem Inverter verkauft.
Stringinverter
Ein Stringinverter, auch Stringwechselrichter genannt, verbindet mehrere PV-Module, die zu einem sogenannten String zusammengeschaltet sind. Diese Lösung ist insbesondere bei kleinen und mittleren PV-Anlagen weit verbreitet.
Vorteile:
Sie haben meist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Installationsaufwand bleibt meist überschaubar.
Die Technik ist im Keller, Hauswirtschaftsraum oder Technikraum gut zugänglich.
Bei gleichmäßig ausgerichteten Modulflächen erreicht das System häufig einen hohen Wirkungsgrad.
Zu beachten:
Die Verschattung eines PV-Moduls kann den Ertrag des gesamten Strings beeinflussen.
Unterschiedliche Dachausrichtungen benötigen eine passende Anzahl an MPP-Trackern.
Der Aufstellort sollte trocken, gut belüftet und vor großer Hitze geschützt sein.
Multistringinverter
Ein Multistringinverter, auch Multistringwechselrichter genannt, verwaltet mehrere Strings, die jeweils über eigene MPP-Tracker verfügen. Dadurch lassen sich Modulflächen mit unterschiedlichen Ausrichtungen oder Neigungen besser voneinander trennen.
Vorteile:
Die einzelnen Modulflächen lassen sich getrennt voneinander regeln.
Die PV-Anlage kann bei unterschiedlichen Ausrichtungen effizienter arbeiten.
Teilweise verschattete Flächen lassen sich gezielter in das Anlagenkonzept einbinden.
Zu beachten:
Die Anzahl der MPP-Tracker muss zur geplanten Verschaltung passen.
PV-Installateur:innen sollten die Verschaltung auf Spannung und Stromstärke prüfen.
Mikroinverter
Bei einem Mikroinverter, auch Mikrowechselrichter genannt, verfügt jedes Solarmodul über einen eigenen Inverter. Die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom erfolgt somit direkt am PV-Modul.
Vorteile:
Jedes PV-Modul arbeitet unabhängig von den anderen -PV-Modulen.
Ertragsverluste durch Verschattung lassen sich häufig verringern.
Eine spätere Erweiterung der PV-Anlage ist meist einfacher möglich.
Zu beachten:
Die Technik ist pro installierter Leistung häufig teurer.
Bei dieser Lösung befinden sich viele elektronische Geräte auf dem Dach.
Für Wartung und Austausch müssen die Geräte gut erreichbar bleiben.
Hybridinverter
Ein Hybridinverter, auch Hybridwechselrichter genannt, kombiniert die Funktionen eines PV-Inverters und eines Batterieinverters in einem Gerät.
Vorteile:
Der Sonnenstrom kann direkt genutzt oder im Batteriespeicher gespeichert werden.
Nicht benötigter Strom kann in das öffentliche Netz eingespeist werden.
Durch die direkte Kopplung können zusätzliche Umwandlungsschritte entfallen.
Je nach Modell kann das System eine Ersatzstromversorgung ermöglichen.
Zu beachten:
Der Batteriespeicher und der Inverter müssen technisch kompatibel sein.
Sie sollten prüfen, ob eine spätere Erweiterung des Batteriespeichers möglich ist.
Die gewünschte Ersatzstromfunktion sollte ausdrücklich in der Offerte enthalten sein.
Batterieinverter für eine Nachrüstung
Ein Batterieinverter, auch Batteriewechselrichter genannt, verbindet einen Batteriespeicher mit dem vorhandenen Wechselstromnetz. Diese Lösung wird häufig genutzt, um eine bestehende PV-Anlage nachträglich mit einem Batteriespeicher auszustatten.
Vorteile:
Der bestehende Inverter der PV-Anlage kann häufig weiter genutzt werden.
Eine Nachrüstung ist bei passenden technischen Voraussetzungen möglich.
Die Speicherlösung lässt sich unabhängig vom bestehenden PV-Inverter planen.
Zu beachten:
Durch die zusätzliche Verbindung mit dem Wechselstromnetz entstehen weitere Umwandlungsschritte.
Die Komponenten müssen elektrisch und kommunikativ miteinander arbeiten.
PV-Installateur:innen müssen den Netzanschluss und die Messkonfiguration prüfen.
Zentralinverter
Ein Zentralinverter, auch Zentralwechselrichter genannt, bündelt die Leistung mehrerer Modulflächen in einem einzigen, leistungsstarken Gerät. Diese Technik wird vor allem in großen gewerblichen PV-Anlagen und Solarparks eingesetzt.
Vorteile:
Die zentrale Bauweise kann bei großen Anlagen einen hohen Wirkungsgrad ermöglichen.
Die gebündelte Technik kann bei gleichmäßig geplanten Modulflächen wirtschaftliche Vorteile bieten.
Wartung und Überwachung lassen sich zentral organisieren.
Zu beachten:
Für typische PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern sind Zentralinverter in der Regel nicht vorgesehen.
Eine Störung kann bei zentraler Auslegung einen größeren Teil der Anlage betreffen.
Wie hoch ist der Wirkungsgrad von PV-Invertern?
Der Wirkungsgrad moderner PV-Inverter liegt bei etwa 95 bis 98 Prozent. Er beschreibt die Effizienz der Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom und variiert je nach Typ und Qualität des Inverters.
Der Wirkungsgrad ist allerdings nicht konstant, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören
die Eingangsspannung,
die Auslastung des Inverters
und die Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Sonneneinstrahlung.
Hohe Umgebungstemperaturen können den Wirkungsgrad verringern, weswegen es wichtig ist, den Inverter an einem gut belüfteten Ort zu installieren, der vor extremer Hitze geschützt ist.
Beachten Sie, dass ein höherer Wirkungsgrad nicht automatisch zu einer höheren Nennleistung führt. Er sorgt dafür, dass bei der Umwandlung weniger Energie verloren geht.
Der Wirkungsgrad des Inverters hat einen direkten Einfluss auf die Gesamteffizienz der PV-Anlage. Ein Inverter mit einem höheren Wirkungsgrad trägt dazu bei, den Gesamtwirkungsgrad der Anlage zu maximieren und somit die Energieausbeute zu optimieren. Daher ist die Auswahl eines Inverters mit einem hohen Wirkungsgrad von entscheidender Bedeutung für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen.
Was kostet ein Inverter?
Ein Inverter kostet als Einzelgerät in Österreich meist etwa 1.000 bis 2.000 Euro.
Als Orientierung können Sie mit rund 12 Prozent der Kosten einer PV-Anlage ohne Batteriespeicher rechnen. Bei einer 5-kWp-Anlage mit Gesamtkosten von etwa 8.000 bis 10.000 Euro entspricht das rund 960 bis 1.200 Euro, bei 10 kWp und etwa 13.000 bis 16.000 Euro rund 1.560 bis 1.920 Euro.
Welche neuen Invertertechniken gibt es 2026?
Zu den wichtigsten neuen Techniken im Jahr 2026 gehören flexible Hybridtechnik, Ersatzstrom, netzstützende Funktionen und intelligentes Energiemanagement.
Moderne Inverter sind längst nicht mehr nur Geräte zur Stromumwandlung. Vielmehr werden sie zunehmend zur Steuerzentrale für die PV-Anlage, den Batteriespeicher, einer Wärmepumpe, einer Wallbox und dem Stromnetz.
Hybridtechnik mit Batteriespeicher
Hybridinverter werden flexibler und unterstützen je nach Modell verschiedene Batteriespeicher, höhere Ladeleistungen und eine spätere Erweiterung. Bei der Auswahl sollten Sie prüfen, welche Batteriespeicher tatsächlich freigegeben sind und ob die gewünschte Speicherkapazität später ergänzt werden kann.
Ersatzstrom und Notstrom
Viele aktuelle Hybridinverter können bei einem Stromausfall ein eigenes lokales Stromnetz aufbauen. Je nach System werden nur ausgewählte Stromkreise oder das gesamte Haus versorgt.
Achten Sie auf die genaue Bezeichnung der Funktion:
Bei einer Ersatzstromversorgung übernimmt das System die Versorgung nach einer automatischen Umschaltung.
Eine Notstromfunktion kann je nach Gerät eine manuelle Aktivierung oder die Versorgung einzelner Steckdosen bedeuten.
Nicht jeder Hybridinverter kann automatisch dreiphasigen Ersatzstrom bereitstellen.
Für den Betrieb sind meist ein Batteriespeicher, eine Umschalteinrichtung und eine passende Elektroinstallation erforderlich.
Energiemanagement
Ein Inverter kann mit einem Energiemanagementsystem kommunizieren und so die Energieflüsse im Haushalt steuern. Der Sonnenstrom wird dann bevorzugt für den Direktverbrauch, den Batteriespeicher, die Wallbox oder die Wärmepumpe verwendet. Ein integriertes Energiemanagement ist jedoch nicht bei jedem Gerät vorhanden.
Einspeisebegrenzung und Nulleinspeisung
Moderne Inverter können die Einspeiseleistung auf einen bestimmten Wert begrenzen. Bei der Nulleinspeisung wird kein überschüssiger Sonnenstrom in das öffentliche Netz eingespeist. Der Strom wird stattdessen direkt verbraucht, gespeichert oder vom Inverter abgeregelt.
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Häufig gestellte Fragen
Welcher Inverter ist der beste?
Der beste Inverter ist das Modell, das zu Ihrer Dachfläche, Ihrer Modulverschaltung, Ihrer Speicherplanung und Ihrem Verbrauch passt. Achten Sie auf den Wirkungsgrad, den MPP-Tracker, die Garantie, den Service, die Kommunikationsmöglichkeiten und die Ersatzstromoptionen.
Wie groß muss der Inverter für eine PV-Anlage sein?
Die erforderliche Größe wird anhand der Modulleistung, des Spannungsbereichs, des maximalen Eingangsstroms, der Dachausrichtung sowie des geplanten Verbrauchs berechnet. Aus diesem Grund müssen die Leistung der PV-Module und die Ausgangsleistung des Inverters nicht immer exakt übereinstimmen.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Ein gewöhnlicher, netzgekoppelter Inverter schaltet sich bei einem Stromausfall aus Sicherheitsgründen ab. Eine Stromversorgung während des Ausfalls ist nur möglich, wenn die PV-Anlage über eine Ersatz- oder Notstromfunktion, einen Batteriespeicher und die erforderliche Umschalteinrichtung verfügt.
Wie lange hält ein Inverter?
Die Lebensdauer eines Inverters beträgt in der Regel 10 bis 15 Jahre. Sie hängt unter anderem von den Betriebsstunden, der Temperatur, dem Aufstellort, der Auslastung und der Wartung ab.
Muss der Inverter gewartet werden?
Bei vielen Geräten ist keine regelmäßige Wartung in kurzen Intervallen vorgeschrieben. Sie sollten die Ertragsdaten dennoch regelmäßig kontrollieren und Fehlermeldungen ernst nehmen. Zusätzlich kann eine Fachkraft die Anlage im Rahmen einer wiederkehrenden Sicherheitsprüfung kontrollieren.