Die Zukunft des Heizens: Die Luftwärmepumpe im Eigenheim
Die Luftwärmepumpe gehört zu den beliebtesten Heizungen für das Eigenheim. Sie nutzt die Wärme aus der Umgebungsluft und macht somit aufwendige Erdarbeiten überflüssig. Doch ist sie für jedes Haus geeignet? Erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile Luftwärmepumpen haben und welche Kosten auf Sie zukommen.
Was ist eine Luftwärmepumpe?
Eine Luftwärmepumpe nutzt die Energie aus der Umgebungsluft, um ein Haus zu heizen oder zu kühlen. Im Gegensatz zu Heizsystemen, die auf fossilen Brennstoffen basieren, produziert sie deutlich weniger CO2-Emissionen. Verglichen mit Öl- oder Gasheizungen ist eine Luftwärmepumpe effizienter, umweltfreundlicher und hat oft niedrigere Heizkosten. Es werden zwei Luftwärmepumpen-Arten unterschieden:
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Luft-Luft-Wärmepumpe
Funktionsweise einer Luftwärmepumpe
Die Luftwärmepumpe hat einen Ventilator, der die Umgebungsluft ansaugt. Im Inneren der Wärmepumpe befindet sich ein Kältemittel, das deutlich kühler ist als die angesaugte Luft. Die Außenluft erwärmt das Kältemittel und bringt es zum Verdampfen. Der entstandene Dampf wird im Verdichter stark zusammengepresst und dabei erhitzt. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird die Wärme an das Heizungswasser abgegeben. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe überträgt sie direkt an die Raumluft. Dabei kühlt das Kältemittel ab, wird wieder flüssig und der Kreislauf beginnt von vorn.
Die Funktionsweise der Wärmepumpe kann auch umgekehrt werden – ähnlich wie bei einem Kühlschrank: Im Sommer sorgt die Luftwärmepumpe für Abkühlung der Räume, indem sie warme Raumluft aufnimmt und nach draußen abführt.
Welche Luftwärmepumpen gibt es in Österreich?
Es gibt zwei unterschiedliche Luftwärmepumpen: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die am beliebtesten von allen Wärmepumpenarten ist, und die Luft-Luft-Wärmepumpe, die eher selten und nur in gut gedämmten Häusern eingebaut wird. Beide Systeme nutzen die Energie aus der Luft, um das Haus im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen.
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe saugt die Umgebungsluft durch einen Ventilator an und verwandelt sie in Heizwärme. Auch bei niedrigen Außentemperaturen kann sie mithilfe eines Kältemittelkreislaufs genug Heizwärme produzieren. Über das Wasser im Heizsystem, zum Beispiel in einer Fußbodenheizung, wird die erzeugte Wärme im ganzen Haus verteilt. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kann nicht nur heizen und kühlen, sondern ein Haus auch mit Warmwasser versorgen.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe funktioniert im Neubau sowie im Altbau
Sie nutzt das Wasser des Heizsystems, um die Wärme im Haus zu verteilen.
Sie kann auch für die Warmwasserbereitung sorgen.
Luft-Luft-Wärmepumpe
Im Unterschied zu allen anderen Wärmepumpenarten ist die Luft-Luft-Wärmepumpe nicht an wassergeführte Radiatoren oder eine Fußbodenheizung angeschlossen. Statt Wasser nutzt sie Luft für die Wärmeverteilung. Das Lüftungssystem verfügt über Schächte und Rohre, die die Wärme im Haus verteilen. Damit dies effektiv funktioniert, sollte das Haus gut gedämmt sein. Bei einer schlechten Isolierung wäre der Stromverbrauch sehr hoch.
Die Installation der Luft-Luft-Wärmepumpe ist günstig und erfolgt ohne Erdarbeiten.
Sie braucht keine Heizkörper, sondern nutzt Luft als Wärmeverteiler.
Sie hat die niedrigste Effizienz bei Wärmepumpen.
Sie übernimmt keine Warmwasserbereitung.
Luftwärmepumpe: Innen- oder Außenaufstellung?
Luftwärmepumpen lassen sich flexibel platzieren. Je nach Platz im Gebäude und auf dem Grundstück kommen unterschiedliche Wärmepumpensysteme für Ihr Haus in Betracht.
Folgende Aufstellarten für Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es:
Innenaufstellung: Bei dieser Monoblock-Variante gibt es keine Außeneinheit, die gesamte Anlage steht im Gebäude. Dafür sind ausreichend Platz im Keller oder Heizraum sowie ein Wanddurchbruch erforderlich.
Außenaufstellung: Ideal bei wenig Platz im Haus. Diese Monoblock-Variante erzeugt die Wärme direkt im Außengerät. Achten Sie auf den optimalen Standort für die Wärmepumpe, bei dem die Mindestabstände und Schallschutzgrenzen eingehalten werden.
Split-Wärmepumpe: Kombination der Innenaufstellung mit einem Außengerät, wodurch die Einheiten kleiner und leiser werden.
Vorteile und Nachteile von Luftwärmepumpen
Luftwärmepumpen sind eine vielversprechende Heizlösung in Österreich. Sie eignen sich für Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser oder Mehrfamilienhäuser. Allerdings haben Wärmepumpen sowohl Vorteile als auch Nachteile.
Vorteile von Luftwärmepumpen
Umweltfreundlich: Nutzung erneuerbarer Energie aus der Umgebungsluft.
Kosteneffizient: Langfristige Ersparnisse durch reduzierte Heizkosten.
Einfache Installation: Keine Tiefenbohrungen oder aufwändige Erdarbeiten nötig.
Keine Erdsonden- oder Brunnen-Bewilligung: Sie brauchen keine wasserrechtlichen Bewilligungen.
Anschaffungskosten: Oft günstiger als andere Wärmepumpenarten.
Wertsteigerung: Immobilienwert steigt mit moderner Heizungsart.
Kühlung: Im Sommer können reversible Geräte auch kühlen statt heizen.
Förderungen: Je nach Bundesland können Förderungen für Luft-Wasser-Wärmepumpen verfügbar sein.
Zukunftssicher: Wärmepumpen werden nicht verboten und es ist keine CO2-Abgabe erforderlich.
Unabhängigkeit: Sie sind weniger abhängig von Energiekonzernen und von Versorgungsengpässen betroffen.
Nachteile von Luftwärmepumpen
Abhängig von Außentemperatur: Die Effizienz kann bei sehr niedrigen Temperaturen abnehmen.
Gute Isolierung ideal: Für eine sehr gute Heizleistung können Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sein.
Lärmschutz: Sie müssen die örtlichen Schallgrenzwerte einhalten.
Was kosten Luftwärmepumpen in Österreich?
In Österreich kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe inklusive Montage ca. 8.000 bis 25.000 Euro. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet ca. 16.000 bis 50.000 Euro inklusive Montage. Zu den Anschaffungskosten einer Wärmepumpe können neben den grundsätzlichen Installationskosten auch noch Kosten für die Umstellung des Heizsystems hinzukommen.
* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Gerechnet wurde mit einem Wärmebedarf von 15.000 kWh, einer Jahresarbeitszahl von 2,5 bzw. 3,5 und einem Strompreis von 28 Cent (Stand: September 2026)
Gibt es Förderungen für Luftwärmepumpen in Österreich?
In Österreich gibt es verschiedene Förderungen für Wärmepumpen, die allerdings größtenteils für Luft-Wasser-Wärmepumpen gelten. Die Bundesförderung ist in Österreich für das Jahr 2026 bereits ausgeschöpft. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Fachfirma oder der zuständigen Förderstelle, ob in Ihrer Region Landesförderungen verfügbar sind und welche Art von Luftwärmepumpen genau gefördert werden.
Kostenvergleich: Luftwärmepumpe und andere Heizungen
Luftwärmepumpen sind in der Anschaffung günstiger als andere Wärmepumpenarten, aber teurer im Betrieb. Dagegen sind herkömmliche Heizungen wie Öl- oder Gasheizungen zwar günstiger zu kaufen und installieren, die Luftwärmepumpe spart im Vergleich aber bei den laufenden Kosten. Vor allem mit Förderungen kann sie eine der günstigsten Heizungsarten sein.
Was kosten Luftwärmepumpen im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen?
Luftwärmepumpen kosten inklusive Installation zwischen etwa 8.000 und 50.000 Euro. Gas- und Ölheizungen sind in der Anschaffung mit Preisen zwischen 9.000 und 20.000 Euro zunächst günstiger. Langfristig gleichen die klimafreundlichen Wärmepumpen die höheren Investitionskosten jedoch durch ihre niedrigeren Betriebskosten wieder aus.
Hier ist eine Übersicht der durchschnittlichen Kosten von Luftwärmepumpen im Vergleich zu den Kosten anderer Heizungen:
* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: September 2026
Wie hoch sind die laufenden Heizkosten von Luftwärmepumpen im Vergleich?
Die laufenden Heizkosten liegen bei einem jährlichen Wärmebedarf von 15.000 kWh im Vergleich zwischen rund 1.200 Euro bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und bis zu 2.550 Euro bei einer Ölheizung. Wärmepumpen arbeiten dank der genutzten Umgebungswärme mit Energiekosten von etwa 8 bis 11 Cent pro kWh am sparsamsten, während Gas- (12 ct/kWh) und Ölheizungen (17 ct/kWh) im laufenden Betrieb spürbar teurer sind.
Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: September 2026
Mit einer effizienten Luft-Wasser-Wärmepumpe haben Sie im laufenden Betrieb gegenüber einer Ölheizung nach 10 Jahren im Beispiel mehr als die Hälfte der Energiekosten eingespart.
Tipps zur Auswahl der richtigen Luftwärmepumpe
1. Bestehende Radiatoren testen
Eine Luftwärmepumpe arbeitet optimal bei einer niedrigen Vorlauftemperatur bis 55 Grad. Stellen Sie an einem kühlen Tag die Wassertemperatur auf 50 Grad und testen Sie, ob Ihre Heizung so gut funktioniert.
2. Größe und Leistung dem Haus entsprechend wählen
Lassen Sie von Ihrer Fachfirma den Heizbedarf Ihres Hauses ermitteln, um die richtige Größe und Leistung der Wärmepumpe zu wählen. Eine zu kleine Einheit könnte ineffizient arbeiten, während eine zu große unnötig teuer sein kann.
3. Förderfähigkeit checken
Wählen Sie eine Luftwärmepumpe, die die Vorgaben Ihres Fördergebers erfüllt. Ihre Fachfirma berät Sie zu den passenden Modellen.
4. Zuverlässige Fachfirma wählen
Lassen Sie sich zum Kauf von einer Fachfirma beraten. Ein zuverlässiger Partner wählt nicht nur das ideale Modell für Sie, sondern steht auch zur Installation und jährlichen Wartung bereit.
Die idealen Voraussetzungen für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sind eine Flächenheizung und eine gute Isolierung. Erfüllt Ihr Haus diese Merkmale nicht, ist der Einbau dennoch in vielen Fällen wirtschaftlich. Statt einer Flächenheizung können Niedertemperatur-Heizkörper eingebaut werden. Zudem kann die Anlage als Teil einer Hybridheizung eingebaut werden, z. B. in Kombination mit einer alten Gasheizung. Ihr Fachbetrieb kann Sie genau beraten, welche Lösung die beste ist.
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Sind Luftwärmepumpen laut?
Benötige ich spezielle Bewilligungen für die Installation einer Luftwärmepumpe in Österreich?
Die Installation einer Luftwärmepumpe kann in Österreich anzeige- oder bewilligungspflichtig sein. Die genauen Vorgaben variieren je nach Bundesland und Gemeinde.
Ausschlaggebend für die Bewilligung sind vor allem die Einhaltung der Schallemissionsgrenzwerte sowie der vorgegebene Mindestabstand zum Nachbargrundstück. Klären Sie die genauen Vorschriften und benötigten Dokumente daher vorab mit Ihrem zuständigen Bauamt.
Steht eine Luftwärmepumpe immer vor dem Haus?
Nein, Luftwärmepumpen stehen nicht immer vor dem Haus. Es gibt Systeme, die ein Außengerät haben, es gibt aber auch Luftwärmepumpen, die nur innen aufgestellt werden.
Wie effizient ist eine Luftwärmepumpe?
Die Effizienz einer Wärmepumpe lässt sich anhand der Jahresarbeitszahl (JAZ) erkennen. Eine Luftwärmepumpe hat eine durchschnittliche JAZ von etwa 2,5 bis 3,5. Da die Technologie sich aber stetig weiterentwickelt, gibt es inzwischen auch Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einer JAZ von 4 und somit einer höheren Effizienz. Das bedeutet, dass die Wärmepumpe viermal so viel Wärmeenergie produziert, wie sie an elektrischer Energie verbraucht.
Wie viel Strom verbraucht eine Luftwärmepumpe im Jahr?
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe liegt bei etwa 3.000 bis 6.000 kWh für ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Entscheidend ist die Effizienz der Luftwärmepumpe und der Wärmebedarf des Hauses.